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Kreative Kunden "Für Koks und Nutten" - warum lustig gemeinte Überweisungen für Banken der Horror sind

„Für Koks und Nutten“ – ein beliebter Verwendungszweck für Überweisungen.
Der witzig gemeinte Spruch kann allerdings für viel Ärger sorgen.
Wer eine Überweisung tätigt, muss einen Verwendungszweck eintragen.
Normalerweise gehört in das Feld die Rechnungsnummer oder eine kurze Erklärung.
Doch manche Menschen finden das zu langweilig.
So entstehen unpassende Verwendungszwecke wie „Danke für die Niere“ oder „Geld stinkt nicht“.
Auch Sätze wie „Danke für letzte Nacht“ oder „Suche reife Frauen ab 60“ eignen sich nicht für den Zahlungsverkehr.
Die Banken sind verpflichtet, die Überweisung bei solchen Formulierungen auf den Verdacht von Betrug oder Geldwäsche zu überprüfen.
Eine Software durchsucht die Verwendungszwecke nach Auffälligkeiten – welche spezifischen Worte Verdacht erregen, verraten die Banken aber nicht.
Verhärtet sich eine Bezichtigung, kann es zu Ermittlungen kommen.
Solche Scherze können also dazu führen, dass plötzlich die Polizei vor der Tür steht.
Wiederholt lustig gemeinte Verwendungszwecke können auch ein Kündigungsgrund für die Bank sein.
Beim nächsten Mal also lieber einen ernstgemeinten Überweisungsgrund eintragen.
Oder etwas weniger verdächtigeres wie „Wer das liest, ist doof“. 
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Überweisungen haben ein Feld "Verwendungszweck" und hier werden Bankkunden gerade bei privaten Transaktionen kreativ. Plutonium, Organspenden oder auch "Koks und Nutten" - für Banken bedeuten diese Späßchen viel Arbeit.

"Waffenfähiges Plutonium, "Für Koks und Nutten" oder "Danke für die Niere": Viele Bankkunden finden es zu langweilig, bei Überweisungen in das Feld "Verwendungszweck" einfach nur eine Rechnungsnummer, eine Versichertenziffer oder die eigene Anschrift einzutragen. Beispiele sind dafür auf besonderen Webseiten zuhauf zu finden. Wer nicht ganz ernst gemeinte Zwecke mit einem Augenzwinkern an Freunde oder Bekannte sendet, sollte aber lieber vorsichtig sein. Sonst könnte am Ende sogar die Polizei gegen ihn ermitteln.

Banken sind genervt. Denn sie müssen Überweisungen auf den Verdacht von Geldwäsche oder Betrug prüfen. "Lustig gemeinte Verwendungszwecke können zu erhöhtem Arbeitsaufwand und auch Verzögerungen führen", sagt Stefan Marotzke, Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes.

Verwendungszweck bei der Überweisung: Hitliste im Netz

"Der Schabernack belastet eine Verwaltung", beklagt auch eine Sprecherin des Zollkriminalamtes. Solche Fälle würden schon hin und wieder vorkommen. So bestätigt die Staatsanwaltschaft München, dass vor einiger Zeit "immer wieder Geldwäscheverdachtsanzeigen wegen bemerkenswerter Verwendungszwecke ("Koks Nutten Marihuana und was man sonst so für eine gute Party braucht", "Waffenfähiges Plutonium") kamen". Dies habe mittlerweile aber aufgehört. Zum Ausgang der Anzeigen konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen, eine Einstellung des Verfahrens sei aber wahrscheinlich.

Im Internet gibt es Seiten, die eine Art Hitliste an lustigen Verwendungszwecken zeigen. Immer wieder dabei sind Überweisungszwecke wie "Waffenfähiges Plutonium", "Danke für letzte Nacht", "Geld stinkt nicht", "Suche reife Frauen ab 60" oder "deine Armut kotzt mich an".

Wenn bei echten Drogendeals oder Geldwäscheaktionen so etwas auch tatsächlich in der Betreffzeile stünde, wäre das schon eigenartig. Genauso wenig sagen natürlich "Almosen", "endlich Millionär" oder "haste mal ne Mark?" etwas über den Wohlstand des Kontoinhabers aus.

Banken müssen auffällige Überweisungen erkennen

Dennoch: "Kreditinstitute sind verpflichtet, Ungewöhnlichkeiten in Geschäftsbeziehungen und im Zahlungsverkehr zu erkennen", erläutert der Bundesverband deutscher Banken. Laut dem Zollkriminalamt gehen mögliche Geldwäsche-Aktionen zuerst an die "Financial Intelligence Unit" (FIU). Verdachtsfälle würden dann von der Staatsanwaltschaft geprüft und womöglich an die Polizei weitergeleitet werden.

Nach Ansicht von Paul H. Assies, Fachanwalt für Bank und Kapitalmarktrecht handelt es sich bei dem Missbrauch von Verwendungszwecken um "ganz ganz seltene Einzelfälle". Wenn Kunden aber wiederholt lustige Verwendungszwecke angeben, die auch anders verstanden werden können, wäre dies ein berechtigter Kündigungsgrund für Banken. Grundsätzlich könnte man natürlich auch gar keinen Zweck angeben - dazu sind Bankkunden nämlich gar nicht verpflichtet.

In Deutschland werden nach Statistiken der Bundesbank jährlich mehr als sechs Milliarden Überweisungen getätigt. Das sind täglich rund 17 Millionen Transaktionen. Auch wenn Geldhäuser bei Überweisungen nur vereinzelt Stichproben machen, verdeutlichen diese Zahlen schon die Dimensionen des Aufwands. Der Bankenverband erklärt, man kontrolliere anhand von Listen mit auffälligen Begriffen. Diese Kriterien seien aber geheim und unterschieden sich je nach Geschäftsfeld der Geldinstitute und Kunden. 

Wer Ärger vermeiden will, sollte also unverfängliche Witze wählen. Ein paar Vorschläge aus dem Netz: "Kauf dir ein Snickers", "Geld stinkt nicht", "Hier du Kapitalist" oder "Wer das liest, ist doof".

kg DPA

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