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Umsatzflaute: Brauereien beklagen Billigbier-Boom

Seit Jahren schrumpfen die Umsätze und die Zahl der Beschäftigten in der Bierbranche. Die Brauereien machen den Zuwachs von Billigbieren dafür verantwortlich.

Deutschlands Bierbrauer sehen sich durch einen zunehmenden Preisdruck in ihrer Existenz gefährdet. Vor allem Billig-Angebote von global agierenden Großbrauereien und Lebensmitteldiscountern machten den 1274 Braubetrieben in Deutschland das Leben schwer, sagte Richard Weber, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes am Donnerstag in Freiburg.

Der Anteil der Billigbiere habe in den vergangenen drei Jahren stark zugenommen und liege derzeit bei rund 20 Prozent. Sinkende Gewinne für die meist mittelständischen Brauereien seien die Folge.

"Der Geiz im Supermarkt hat stark zugenommen", sagte Weber. Die Folge sei ein enormer Preisdruck, der die Wettbewerbsfähigkeit der meisten Brauereien gefährde. "Es werden Biere zu Preisen verkauft, die in vielen Brauereien nicht annähernd die Kosten decken", sagte Weber.

"Eine Kiste Bier für nicht einmal vier Euro macht den gesamten Markt kaputt", sagte Weber. "Wer auf der Basis des deutschen Reinheitsgebotes braut, darf sein Bier nicht billig verkaufen", sagte er. Der Lebensmittelhandel müsse diese Produkte aus dem Regal nehmen.

Weniger Verbrauch, Umsatz und Beschäftigte

Neben dem Preisdruck registriere die Branche eine wachsende Kaufzurückhaltung. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sei der Bierabsatz in Deutschland im Vergleich zum ersten Quartal 2004 um 3,5 Prozent gesunken.

Es sei zu befürchten, dass sich dieser Trend bis zum Jahresende fortsetze. Auch in den vergangenen Jahren seien der Bierausstoß und der Pro-Kopf-Verbrauch kontinuierlich gesunken.

2004 hat die Branche in Deutschland nach eigenen Angaben 106 Millionen Hektoliter Bier verkauft. 1996 waren es noch 144 Millionen Hektoliter. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank den Angaben zufolge im gleichen Zeitraum von knapp 132 auf nun knapp 116 Liter.

Die Bierbranche in Deutschland zählte 2003 nach Angaben des Verbandes mehr als 34.400 Beschäftigte, 1996 waren es 45.000. Sie erwirtschaftete einen Umsatz von rund neun Milliarden Euro, 1996 waren es noch 9,8 Milliarden.

DPA / DPA