HOME

Umstrukturierung bei Großhandelskette: Metro will 900 Stellen streichen

Der größte deutsche Handelskonzern Metro treibt den Umbau seiner Großmärkte voran. Geplant sind gezielte Investitionen in die Modernisierung von profitablen Märkten, aber auch Filialschließungen und der Abbau von 900 Arbeitsplätzen.

Mit Stellenstreichungen, Marktschließungen und gezielten Investitionen will der Handelsriese Metro sein deutsches Großhandelsgeschäft wieder in die Spur bringen. Vier Märkte in Ostdeutschland sollen geschlossen und die Verwaltung der beiden Ketten Cash&Carry sowie C+C Schaper in Düsseldorf zusammengelegt werden. Damit fallen weitere 900 Arbeitsplätze weg. Zugleich will Metro rund 100 Millionen Euro in die Modernisierung profitabler Märkte stecken. 2012 solle die Sparte ein Ergebnis von rund 150 Millionen Euro einfahren, bekräftigte der Konzern am Freitag.

"Die Grundlagen für den Turnaround in Deutschland sind geschaffen", betonte Metro-Vorstandsmitglied Joel Saveuse. Die Großhandelsmärkte sind die Keimzelle des Konzerns, doch in den vergangenen Jahren hatte Metro in Deutschland Federn lassen müssen. Der Wettbewerb sei unterschätzt worden, es wurde zu wenig auf die Bedürfnisse der Kunden geachtet, hatte das Management bereits eingestanden. Das Geschäft im Heimatmarkt ist zentral für die Sparte: Rund 17 Prozent der Umsätze werden in Deutschland eingefahren, wo der Konzern 121 Großhandelsmärkte mit knapp 15.000 Mitarbeitern betreibt.

Das Management hatte in der Vergangenheit die Entwicklung der einzelnen Märkte in Deutschland genau unter die Lupe genommen. Bei vier Märkten - zwei in Berlin, einem in Rostock und einem in Halle - bestehe keine Hoffnung auf eine Rückkehr in die Gewinnzone bis 2012, räumte Deutschland-Chef John Rix nun ein. Sie sollen verkauft oder geschlossen werden.

100 Millionen Euro für profitable Märkte

Zudem sollen die Vertriebslinien Metro Cash&Carry und C+C Schaper ab Januar 2011 zusammengelegt werden. Die Zentrale von C+C Schaper in Hannover soll geschlossen werden - die Metro-Verwaltung am Hauptsitz in Düsseldorf soll ihre Aufgaben übernehmen. Insgesamt 900 Stellen sollen durch die Markt-Schließungen und den Umbau zusätzlich gestrichen werden. Seit 2008 sind in der Sparte bereits rund 1340 Arbeitsplätze abgebaut worden.

Der Konzern setzt aber nicht nur auf Einsparungen: Metro will rund 100 Millionen Euro in profitable Märkte investieren - und auch gezielt in Wachstumsbereichen wie etwa dem Wein-Geschäft neue Mitarbeiter einstellen. Neun Großmärkte sollen modernisiert werden, bei drei weiteren Märkten seien Neubauten an anderen Standorten geplant, sagte Rix. Bis 2013 sollten dann alle Großmärkte in Deutschland modernisiert sein. Durch das Maßnahmenbündel soll der Umsatz steigen - und auch die Gewinne. 2010 werde bereits ein höherer operativer Gewinn in Deutschland erreicht werden, sagte Saveuse voraus. Das Großhandelsgeschäft sei auf dem Weg zur 150-Millionen-Euro-Marke 2012 "im Korridor".

AP/be / AP