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Unsichere Wirtschaftslage: Metro legt Kaufhof-Verkauf auf Eis

Seit Jahren will der Handelskonzern Metro die Unternehmenstochter Kaufhof loswerden. Doch kaum kommen die Verhandlungen in Gang, verkündet der neue Chef völlig überraschend den Abbruch der Gespräche.

Der Handelskonzern Metro hat die Gespräche zum Verkauf der Tochter Kaufhof "bis auf Weiteres" eingestellt. Hintergrund sei die schwierige Lage an den Finanzmärkten, teilte Metro mit. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", sagte der neue Metro-Vorstandschef Olaf Koch.

Zuletzt hatte es drei Interessenten für die Warenhauskette Galeria Kaufhof gegeben, darunter der Investor und Eigentümer des Konkurrenten Karstadt, Nicolas Berggruen, und die österreichische Immobilienholding Signa. Damit war erstmals seit Jahren wieder Bewegung in den Kaufhof-Verkauf gekommen - er gilt seit Jahren als Wunsch von Metro, war aber zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden.

Töchter wie Media-Saturn, Real und Kaufhof

Der Metro-Umsatz ging 2011 leicht um 0,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro zurück, teilte das Unternehmen ebenfalls mit. Das Weihnachtsgeschäft habe enttäuscht, sagte Koch. Der Handelsriese musste im vierten Quartal Abstriche beim Umsatz hinnehmen. Der Konzern mit Töchtern wie Media-Saturn, Real und Kaufhof verbuchte von Oktober bis Dezember beim Umsatz ein Minus von 1,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro.

Zudem biete die aktuelle Lage am Kapitalmarkt keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion. "Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotenzial besser selbst heben als durch einen Verkauf", betonte Koch. Metro hatte zuletzt mit dem österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko und dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen über einen Verkauf der Warenhauskette mit ihren über 18.000 Mitarbeitern und 140 Filialen verhandelt. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft musste auch Kaufhof Federn lassen.

jar/Reuters/DPA / DPA / Reuters