HOME

Statt Verkauf: Supermarktkette Real könnte verschenkt werden

Was wird aus Real? Handelskonzern Metro will die defizitäre Supermarktkette unbedingt loswerden. Zur Not würde der Konzern Real wohl sogar verschenken – und noch Geld drauflegen.

Metro will die defizitäre Supermarktkette Real unbedingt loswerden

Metro will die Supermarktkette Real unbedingt loswerden

DPA

Der Verkaufspoker um Real spitzt sich zu. Handelskonzern Metro sucht händeringend einen Abnehmer für die defizitäre Supermarktkette und befindet sich in konkreten Verhandlungen. Vergangene Woche berichtete das Handelsblatt, dass die beiden heißesten Anwärter - zwei Immobilieninvestoren – die Kette nur übernehmen wollten, um an die Immobilien zu kommen. Die Kette selbst solle zerschlagen werden. Das wäre das Ende der Marke Real und wohl auch von Tausenden Arbeitsplätzen.

Doch möglicherweise gibt es noch eine Alternative zur Zerschlagung. Das Handelsblatt berichtet über einen möglichen Plan B, der derzeit ebenfalls verhandelt werde. Dieser sieht vor, die Immobilien zunächst zu behalten und nur den Betrieb der Kette abzugeben – und zwar an den Einkaufsverbund Markant, der schon jetzt den Einkauf für Real leitet und ein Interesse hätte, die Kette als Ganzes zu erhalten. Da die lukrativen Immobilien nicht Teil des Deals wären, würde Metro seine Tochter Real verschenken und sogar noch Geld drauflegen.

So soll der Kaufpreis zwar bei 99 Millionen Euro liegen, Metro vorher aber noch 300 Millionen Euro eigenes Geld in das Geschäft stecken, wie das Handelsblatt aus internen Unterlagen zitiert. Die Geldspritze soll es ermöglichen, den operativen Betrieb weiterzuführen und die Liquidität für mindestens drei Jahre sicherstellen. Metro wollte die neuesten Entwicklungen nicht kommentieren und verwies darauf, dass das Ergebnis der Verhandlungen noch offen sei.

Real-Beschäftigte wollen Zerschlagung verhindern

Auf die Meldung einer möglichen Zerschlagung, die Tausende Arbeitsplätze kosten dürfte, hatten Arbeitnehmervertreter entsetzt reagiert. "Eine Zerschlagung von Real darf es nicht geben", sagte Betriebsratschef Werner Klockhaus der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Gewerkschaft Verdi hatte kritisiert, dass es nur noch darum gehe, "möglichst viel Geld aus dem Verkauf zu schlagen".

Die beiden Immobilieninvestoren Redos und x-Bricks haben nach Handelsblatt-Informationen konkurrierende Angebote über jeweils rund 900 Millionen Euro abgegeben. Als neue Mieter der bisherigen Real-Märkte hat sich bereits Kaufland ins Gespräch gebracht. Die Schwarz-Gruppe, die Kaufland und Lidl betreibt, hat bereits öffentlich erklärt, mehr als 100 Real-Märkte übernehmen und als Kaufland weiterbetreiben zu wollen.

Quellen: Handelsblatt / Lebensmittelzeitung 

Verkaufstricks: So manipulieren Supermärkte unser Unterbewusstsein
bak