Unternehmen Welt macht genug Wind


Von wegen Energieproblem: Bei einer effektiveren Ausbeute würde die Windkraft ausreichen, um den weltweiten Bedarf an elektrischer Energie zu decken. Das haben Stanforder Wissenschaftler herausgefunden.

Aus einer Analyse von Messungen an 8000 Orten zur besseren Nutzung des Windpotenzials haben Forscher der Stanford University in Kalifornien eine globale Karte erstellt, aus der die Orte mit den durchgehend höchsten Windgeschwindigkeiten abzulesen sind.

Als lukrativ gelten Winde, die in einer Höhe von 80 Metern über dem Erdboden wenigstens 6,9 Meter pro Sekunde vorankommen. Sie werden als Winde der Klasse 3 bezeichnet und sind an der Nordsee, der Südspitze Südamerikas, der australischen Insel Tasmanien und an den Großen Seen im Norden der USA üblich. Die Winde müssten gezielter ausgebeutet werden als bislang, schreiben die Forscher. Der Bericht des Stanford-Teams um Cristina Archer und Mark Jacobson erscheint im "Journal of Geophysical Research-Atmospheres", wie der Herausgeber dieser Fachzeitschrift am Dienstag ankündigte.

"Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass das Potenzial für preisgünstige Windenergie größer ist, als wir bisher angenommen hatten", sagt Archer. Die Autoren kalkulieren, dass die Orte mit fast durchgehenden Klasse-3-Winden jährlich etwa 72 Terawatt Energie erzeugen. Selbst wenn nur ein Bruchteil dieser Windkraft eingefangen und wirtschaftlich genutzt werden könnte, müsste er den weltweiten Energiebedarf problemlos decken: 1,6 bis 1,8 Terawatt in 2000, schreiben die Autoren. 1 Terawatt entspreche 1 Milliarde Watt, eine Energiemenge, für deren Produktion etwa 500 Atomkraftwerke oder Tausende von Kohlekraftwerken benötigt werden.

DPA


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