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URTEIL: EM.TV hatte Glück vor Gericht

Ermittlungen gegen Florian Haffa wurden teilweise eingestellt. Beim anhängigen Schadenersatz-Prozess wies das Gericht die Klage eines Kleinaktionärs zurück.

Die Staatsanwaltschaft München I hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den früheren Finanzchef des Medienkonzerns EM.TV, Florian Haffa, teilweise eingestellt. Der Verdacht auf Insiderhandel ließ sich nicht aufrecht erhalten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Manfred Wick der »Financial Times Deutschland«.

Die Ermittlungsbehörde prüft aber noch, ob Florian Haffa und der frühere Vorstandschef Thomas Haffa gegen das Aktiengesetz verstoßen haben. Dabei geht es unter anderem darum, ob die beiden Ex-Vorstände die Verhältnisse und den Vermögensstand des Konzerns falsch dargestellt haben, sagte Wick. Mit einem Ergebnis ist in Kürze zu rechnen.

Schadenersatz-Prozess: Gericht weist Klage ab

Auch im ersten Schadenersatzprozess gegen den skandalgeschüttelten Konzern hat das Amtsgericht München die Klage eines Kleinaktionärs abwiesen. Dem Aktionär hätte klar sein müssen, dass eine Geldanlage am Neuen Markt hoch risikobehaftet ist, sagte die Richterin. Der Anleger aus dem Raum Köln hatte EM.TV vorgeworfen, zu spät vor drohenden Verlusten gewarnt zu haben. Durch den Kurssturz der Aktie verlor er rund 5.000 Mark verloren.