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Zulassungen erkauft: Wie das FBI den Elite-Uni-Skandal um Promi-Sprösslinge zufällig aufdeckte

Der Skandal um die erschummelten Zulassungen an Elite-Universitäten ist der größte seiner Art, den US-Behörden je untersuchten. Dabei stolperte das FBI über den Fall, als es gerade mit anderen Ermittlungen beschäftigt war.

Andrew Lelling, Staatsanwalt für den Bundesstaat Massachusetts

Andrew Lelling, Staatsanwalt für den Bundesstaat Massachusetts, gestikuliert während einer Pressekonferenz und will im Bestechungsskandal an Colleges und Universitäten in den USA Anklage erheben

DPA

Dutzende reiche Unternehmer und Hollywoodstars sollen ihre Kinder mit Schmiergeld auf US-amerikanische Elite-Universitäten gemogelt haben. Es ist der größte Betrugsskandal dieser Art, den das FBI je untersucht hat. Und offenbar fing alles mit nur einem Vater einer Yale-Absolventin an, dem Finanzmanager Morrie Tobin. Der war wegen Ermittlungen gegen ihn unter Druck geraten und hatte versucht, seine eigene Haut zu retten, indem er dem FBI einen anderen Fall schmackhaft machte. Das berichtet das "Wall Street Journal" (Bezahlinhalt).

Tobin soll, so die Ermittler, in einem separaten Fall die Aktienwerte von zwei Firmen manipuliert haben, die er im Geheimen besaß. Damit sollen die Kurse künstlich nach oben getrieben worden, und Tobin habe sich illegal bereichert. Dem kam das FBI den Berichten zufolge auf die Schliche und Tobin war derart in die Enge getrieben, dass er versuchte, mit den Ermittlern zu verhandeln.

Aus einem Tipp wurde größte Untersuchung dieser Art

Der Finanzmanager habe ihnen den Tipp gegeben, dass der Coach des Frauen-Fußballteams der Universität Yale von ihm eine Schmiergeldzahlung verlangt habe, damit Tobins Tochter dort studieren könnte. Dieser Hinweis löste den Berichten zufolge die rund einjährigen Untersuchungen aus, an dessen Ende mehr als 50 Beschuldigte stehen, darunter auch die Schauspielerinnen Felicity Huffman und Lori Loughlin. Erstere spielte die Rolle der Lynette in "Desperate Housewives", letztere ist aus der Serie "Full House" bekannt.

Beide TV-Stars sind aktuell auf Kaution wieder auf freiem Fuß, müssen sich jedoch bald vor Gericht verantworten. Sie sollen ihre Kinder gegen Geldzahlungen an die Elite-Universitäten gemogelt haben. Loghlin etwa habe 500.000 US-Dollar bezahlt, damit ihre beiden Töchter über das Ruderteam an die USC-Universität in Kalifornien kommen.

Finanzmanager Tobin wurde dem "Wall Street Journal" nicht im Zuge des Uni-Skandals angeklagt. Wegen der Aktien-Manipulation warte er jedoch aktuell auf sein Strafmaß, nachdem er im November einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen sei.

Quellen: "Wall Street Journal", CNN 

fin
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