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Firmenchef reagiert auf die "Pastavorhölle": "Vapiano-Fans stehen gerne an"

Eine stern-Satire über die "Pastavorhölle" Vapiano hat massive Leser-Reaktionen ausgelöst. Nun hat sich der Vapiano-Chef in einem Interview zu den "irren" Anfeindungen geäußert.

Vapiano polarisiert

Vapiano polarisiert

Es ist schon erstaunlich, wie stark eine Pizza-Pasta-Kette polarisieren kann. Als stern-Stimme Micky Beisenherz vor ein paar Wochen eine beißende Satire über die "Pastavorhölle" Vapiano veröffentlichte, zog er damit den geballten Zorn der Vapiano-Fans auf sich. Tagelang erhielt er wütende Zuschriften von den Anhängern der "pseudomediterranen Sättigungsfabrik" (Beisenherz). Andere Medien griffen das Nudelgate auf.

Der stern hat damals versucht, mit Vapiano selbst über die heftigen Reaktionen auf die Vorhölle zu sprechen. Mehr als eine dünne Absage der Pressestelle sprang allerdings nicht heraus. "Leider können wir Ihnen aktuell keinen Interviewpartner vermitteln", hieß es schmallippig. Vapiano habe den Beitrag weniger als Kritik sondern vielmehr als Satire aufgefasst. "Daher sehen wir keine Veranlassung, die aktuelle Diskussion weiter anzufüttern. Außerdem haben wir viele Zuschriften von Gästen erhalten, die sich durch den Beitrag massiv beleidigt fühlen. Damit wurden aus unserer Sicht Grenzen überschritten."

Nun hat sich Vapiano doch noch zum Nudelgate geäußert. Und sogar von höchster Stelle. Die Wirtschaftswoche führte für ihre aktuelle Ausgabe ein Interview mit dem Chef der Restaurantkette, Gregor Gerlach. In der Print-Version des Gesprächs spricht der Vapiano-Boss nicht nur über Strategie und Zukunftspläne, sondern auch über die "Pastavorhölle" und warum sein Unternehmen so polarisiert. "Wir haben wohl inzwischen eine Größe erreicht, um relevant genug zu sein, sind aber auch noch neu und interessant genug, um so im Fokus zu stehen", sagt Gerlach.

"Wie nehmen uns die Kritik zu Herzen"

Die Anfeindungen nennt der Ober-Vapianisto "irre". Dahinter stehe oft die Sicht der traditionellen Gastronomie. Die wolle man aber gar nicht ersetzen. "Wir sind zum Beispiel nicht der richtige Ort, um den 50. Geburtstag oder den großen Vertragsabschluss zu feiern", sagt Gerlach der Wirtschaftswoche. "Dafür kommen Leute zu uns, die einfach mal unkompliziert essen wollen." "Viele Fans verteidigen das ausdrücklich. Sie stehen gern zehn Minuten an, um frische Pasta zu einem attraktiven Preis zu bekommen." Es gehe dabei nicht ums Kostensparen, sondern um das Live-Kocherlebnis. "Wir nehmen uns aber die unüberhörbare Kritik zu Herzen", sagt Gerlach. In neuen Restaurants richte man mehr Kochstationen ein, um die Wartezeit zu reduzieren.

Gerlach kündigt an, die Zahl der Vapiano-Restaurants in Deutschland in diesem Jahr um neun Läden auf 70 Lokale zu erhöhen. Auch außerhalb Deutschlands sollen neue Filialen öffnen. Außerdem bietet Vapiano in seiner Fürther Filiale testweise eine rohe Pizza an, die die Kunden zu Hause selbst in den Backofen schieben sollen.

Daniel Bakir
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