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Verbraucherpreise: Warum Brot und Brötchen teurer werden

Verbraucher müssen bald mehr fürs Brot und ihr Sonntagsbrötchen bezahlen. Die Bäcker in Deutschland kalkulieren mit einer neuen Preisrunde. stern.de erklärt, warum.

Von Tanja Vedder

Peter Becker hat keinen Zweifel: Die Preise in seiner Bäckerei und Konditorei im Süden Hamburgs werden klettern. Und auch bei den anderen Kollegen seiner Zunft werden Brot und Brötchen künftig teurer, sagt Becker im Gespräch mit stern.de. Der Mann muss es wissen. Als Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks spricht er für rund 10.000 organisierte Mitglieder.

Wann sich die Verbraucher auf eine neue Preisrunde hinter der Brötchentheke einstellen müssen, das bleibt allerdings noch abzuwarten. Eine konzertierte Aktion ähnlich wie im Mineralölsektor wird es sicher nicht geben. "Jeder Betrieb wird dies wohl bis Jahresende individuell entscheiden. Aber um eine Preisanpassung kommen wir nicht herum", so der Präsident.

Teure Zutaten

Preistreiber bei den Teigwaren seien vor allem die zuletzt enorm gestiegenen Kosten für Rohstoffe wie Zucker, Kakao und Schokolade, aber auch bei Saatkörnern wie Mohn und Sesam. Darüber hinaus tragen steigende Energiepreise sowie die jüngsten Tariferhöhungen im Bäckerhandwerk ein großes Stück zum Kuchen - respektive Brötchen - bei.

Mit Sorge schauen die Bäcker derzeit zu den Bauern: Die Weizenernte in Deutschland wird 2011 mehr als mies ausfallen. Ein langer kalter Winter, ein trockener April und nun noch der verregnete Sommer - ein Alptraum für jeden Landwirt. Vor allem im Norden der Republik versinken die Felder derzeit noch im Nass. "In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist das Korn vielerorts gerade mal zur Hälfte abgeerntet", berichtet Thomas Kromer vom Verband der Landwirtschaftskammern in Berlin. Und jeder Tag Regen lässt die Qualität des Weizens weiter sinken. Im schlimmsten Fall wird aus dem Brotgetreide dann nur noch Futtermittel. Vor allem für die norddeutschen Landwirte ein Millionenverlust.

Und auch für die Verbraucher kann eine schlechte Weizenernte in Deutschland spürbar ins Portemonnaie gehen. "Verknappt sich das Angebot, gehen natürlich automatisch die Preise rauf", sagt Martin Schraa von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn. Allerdings ist Brotweizen ein globalisiertes Geschäft – ob und wie viel die Weizenpreise hierzulande tatsächlich steigen werden, hängt auch von den Ernten am Weltmarkt ab. "Und da sind wir derzeit noch in der Findungsphase, weil die Ernten noch nicht überall abgeschlossen sind", so Schraa.

Lohnkosten treiben die Brotpreise

Zurück zu den Bäckern: Das Getreide, das ins Brötchen kommt, ist dennoch nicht maßgeblich für dessen Verkaufspreis. Kostete die Schrippe in den 60er Jahren noch etwa 10 Pfennig, verlangt der Bäcker von nebenan heute mehr als sechs Mal so viel: 31, 32, 33 Cent. (Beim Discounter gibt es das Weizenbrötchen natürlich billiger.) "Tatsächlich machten Rohstoffkosten in den vergangenen Jahrzehnten aber nur 18 bis 20 Prozent des Preises aus, in der jüngsten Vergangenheit vielleicht 25 Prozent", erläutert Bäckermeister Peter Becker. Der größte Teil, etwa 60 Prozent, entfällt auf die Lohnkosten. "Und verdiente in den 60er Jahren ein Angestellter im Bäckerhandwerk etwa 400 Euro, hat sich das Einkommen inzwischen vervielfacht." Und auch der Urlaubsanspruch hat sich seit damals verdoppelt, gestiegen sind zudem die Beiträge zu Berufsgenossenschaften sowie Kranken- und Pflegeversicherung.

Dennoch hätten die meisten Bäcker weniger an der Preisschraube gedreht, als sie eigentlich hätten müssen, um ihr Einkommensniveau zu halten, betont Becker. "Der Wettbewerb durch die Discounter macht uns einfach zu schwer zu schaffen." Deshalb werden auch bei der diesjährigen Preisrunde die Bäcker wieder nur ihre tatsächlichen Mehrkosten an die Kunden weitergeben, versichert Becker. Natürlich, der Mann ist der Verbandschef, deshalb muss er das sagen.

Ausgeschlossen, dass Kunden bald schon 35, 38, ja 40 Cent für die gewöhnliche Semmel zahlen, ist es damit nicht. Becker verspricht aber, zumindest bei den Preiserhöhungen in seinem eigenen Betrieb moderat zu bleiben. Um zwei bis drei Prozent will er anheben.

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