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Verkauf der Warenhauskette: Berggruen gewinnt Rennen um Karstadt

Der Wettlauf um Karstadt ist entschieden. Der Investor Berggruen werde die Warenhauskette übernehmen, teilte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit. Das Votum der Gläubiger fiel eindeutig aus.

Der Investor Nicolas Berggruen hat den Zuschlag für die Warenhauskette Karstadt erhalten. Das teilte der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Montagabend in Essen mit. "Wir werde mit Nicolas Berggruen einen notariellen Vertrag schließen", sagte Görg nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses.

Er hoffe, dass Karstadt nun erfolgreich weitergeführt werde, erklärte Görg. Berggruen sagte, er sei glücklich, dass es nun vorwärts gehe. Der Sohn des 2007 verstorbenen Kunstsammlers Heinz Berggruen hat in verschiedenen Zeitungsinterviews betont, mit Karstadt kein "schnelles Geld" machen zu wollen, sondern langfristig zu investieren.

Die elf Mitglieder des Gläubigerausschusses hatten neben dem Angebot von Berggruen auch über Offerten des Immobilienkonsortiums Highstreet sowie der deutsch-schwedischen Investmentfirma Triton beraten. Insgesamt neun Stimmen wurden für Berggruen abgegeben. Die drei Interessenten hatten ihre Angebote zuvor kurzfristig noch nachgebessert.

Nach den bisherigen Planungen soll der Investor bis spätestens Mittwoch den Kaufvertrag für die Übernahme der bundesweit 120 Läden unterschreiben. Einen Tag später soll das Essener Amtsgericht über den Insolvenzplan entscheiden. Falls dieser nicht in Kraft treten könnte, droht dem Traditionsunternehmen Karstadt nach 129 Jahren die Zerschlagung. Karstadt beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter.

DPA/AFP / DPA