HOME

Verkehr: Bahn plant weitere Verbesserungen für Kunden

Die Bahn entdeckt die Kunden neu: Neben einer Vereinfachung ihres umstrittenen Preissystems soll für Stammkunden eine - teurere - BahnCard und für alle eine 'Pünktlichkeitsoffensive' kommen.

Die Deutsche Bahn will neben der Vereinfachung ihres umstrittenen Preissystems mehr für ihre Stammkunden tun. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einem Service- und Qualitätsprogramm, das unter anderem Belohnungen für treue Bahncard-Kunden vorsieht", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Wochenende. Reisenden soll beim Ticketkauf im nächsten Jahr unabhängig von Streckenverlauf und Zugart der "garantiert günstigste Preis" angeboten werden können.

Pünktlichkeitsoffensive

Zusätzlich zur Vereinfachung des Preissystems zum 1. August und der Wiedereinführung der Bahncard mit 50 Prozent Rabatt will die Bahn eine Pünktlichkeitsoffensive starten. "Wir sind in der Pünktlichkeit nicht da, wo wir sein wollen", bekannte Personenverkehrsvorstand Karl-Friedrich Rausch. "Wir werden deshalb in Zukunft den Kunden zum Beispiel vor Beginn von Bauarbeiten über Verspätungen informieren." Dazu werden Zugbegleiter und Kundenbetreuer mit modernen Kommunikationsgeräten ausgestattet.

Finden Sie das geplante Preissystem besser?

Mehr Personal soll weiterhelfen

Darüber hinaus will die Bahn ab dem 1. August die Präsenz der Mitarbeiter an den Bahnhöfen und in den Zügen verstärken. "Wir helfen dem Kunden, wenn er zum Beispiel Probleme am Fahrschein-Automaten bekommt", sagte Rausch.

Mehdorn wehrt vor Gericht

Gleichzeitig wehrt sich Bahnchef Hartmut Mehdorn nach Angaben des «Spiegel» in mehreren Fällen gegen Kritiker vor Gericht. In zwei Verfahren gegen den FDP-Bundestagsabgeordneten Horst Friedrich habe Mehdorn vor dem Frankfurter Landgericht in einem Fall gewonnen und in einem verloren, heißt es in der jüngsten «Spiegel»-Ausgabe. Der Streit mit dem «Pro-Bahn»-Vorsitzenden Klaus-Peter Naumann dauere an. Naumann müsse wegen seiner Kritik am Bahn-Preissystem am 1. August in Hamburg erneut vor Gericht. Auch der Berliner Verkehrswissenschaftler Gottfried Ilgman wird von Mehdorn belangt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dirk Fischer habe eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Er dürfe nach einen Brandunglück im Nachtzug Paris-München mit zwölf Toten nicht mehr behaupten, es gebe "Mängel im Sicherheitssystem der Bahn".

BAHNCARD 25

Die bestehende Bahncard mit 25 Prozent Ermäßigung wird billiger. Sie kostet für die zweite Klasse 50 statt bisher 60 Euro und für die erste Klasse 100 statt bisher 150 Euro. Bis zum 30. September 2004 kann man mit der Bahncard 25 auch einen Rabatt auf die beiden künftigen Sparpreise für Frühbucher bekommen.

BAHNCARD 50

Die Bahncard mit 50 Prozent Rabatt kostet für die zweite Klasse 200 Euro und für die erste Klasse 400 Euro. Schüler und Studenten bis 26 Jahre, Auszubildende, Senioren ab 60 Jahren und Schwerbehinderte zahlen die Hälfte. Diese Karte kann nicht mit Frühbucher-Sparpreisen kombiniert werden. Dafür dürfen bis zu fünf Mitfahrer zum halben Preis mitgenommen werden. Kinder bis 15 Jahren fahren sogar gratis mit.

BAHNCARD 100

Die neue "Bahncard 100" tritt an die Stelle der bisherigen Netzkarte. Für 3.000 Euro (bislang: 3.350 Euro) kann das Streckennetz der Bahn in der zweiten Klasse das ganze Jahr über beliebig oft genutzt werden. Für die erste Klasse kostet die Karte 5.000 Euro (bislang: 5.250 Euro).

SPARPREIS 25

Wer sein Ticket drei Tage vor der Fahrt kauft und sich auf einen Zug für die Hin- und Rückfahrt festlegt, bekommt 25 Prozent Rabatt. Die Zahl der verfügbaren Plätze ist begrenzt.

SPARPREIS 50

Mit einer neuen Ermäßigung von 50 Prozent geht die Bahn über den bisherigen Höchstrabatt für Frühbucher von 40 Prozent hinaus. Die Wochenendbindung wird gelockert. Bisher musste für ein Ticket mit 40-Prozent-Rabatt die Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen Hin- und Rückfahrt liegen und die Buchung sieben Tage im voraus gemacht werden. Künftig ist mit 50 Prozent Rabatt auch ein Tagesausflug mit Hin- und Rückfahrt am Samstag oder Sonntag selbst möglich. Die Kunden müssen das Ticket drei Tage im Voraus kaufen und sich auf eine Verbindung festlegen. Die Zahl der Plätze ist ebenfalls begrenzt.