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Verkehr: Bahn startet neue Billigtarife für Städte-Kurzreisen

Mit dem neuen Billigtarif "Bahn-und-Bett" für Städtekurzreisen will die Bahn den rückläufigen Fernverkehr ankurbeln. Für 99 Euro gibt es neben dem Bahnticket auch noch eine Übernachtung im Drei-Sterne-Hotel.

Mit neuen Billigtarifen für Städtekurzreisen will die Deutsche Bahn den rückläufigen Fernverkehr ankurbeln. Von diesem Freitag an verkauft Europas größter Verkehrskonzern Kurzreisen in 21 deutsche Städte zum so genannten «Bahn-und-Bett»-Tarif. Das bestätigten Unternehmenskreise am Donnerstag in Berlin. Nach Angaben der «Bild»-Zeitung sind Hin- und Rückfahrten von jedem deutschen Bahnhof in Städte wie Berlin, Hamburg, Leipzig pro Person ab 99 Euro zu bekommen. Das kombinierte Ticket-Angebot enthalte eine Übernachtung in Drei-Sterne-Hotels inklusive Frühstück.

Unterbringung im Doppelzimmer

Basis sei die Anreise zu zweit und die Unterbringung im Doppelzimmer im Zeitraum zwischen dem 10. April und Monatsende. Für Bahncard-Besitzer ist das Pauschalangebot laut «Bild» ab 74 Euro zu erhalten. Eine weitere Nacht koste 44 Euro und der Einzelzimmerzuschlag 26 Euro.

Künftig mehr Sonderangebote

Die Bahn hatte bereits angekündigt, künftig mehr Sonderangebote anzubieten, um so schlecht ausgelastete Strecken kurzfristig besser zu vermarkten. Geplant waren seit längerem neue Billig-Angebote, die nur an einzelnen Tagen und auf bestimmten Strecken gelten. Die Bahn könne künftig machen, «was der Einzelhandel auch tut: «Schweinebacke, nur heute zum halben Preis», hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn erklärt.

Mehr Geld für "Wohlfühlbahnhöfe"

Außerdem will die Bahn AG zur Erhaltung und Verschönerung ihrer Stationsgebäude mehr öffentliche Gelder. Der Vorstandschef der Bahn-Tochter Station und Service, Wolf-Dieter Siebert, präsentierte in Berlin eine Bestandsaufnahme der augenblicklichen Zustands der 5.800 Bahnhöfe in Deutschland. Sie zeigt, dass in 80 Prozent aller Fälle der Weg zum "Wohlfühlbahnhof", wie die Bahn selbst das Ziel beschreibt, noch sehr weit ist. So viele Bahnhöfe zeigen sich zur Zeit in einem mehr oder weniger beklagenswerten Zustand. Auf dem Land ist die Quote schlechter, in Städten besser. In diesem Jahr versucht Station und Service, mit rund 724 Millionen Euro, davon 285 Millionen Eigenmittel, einige der gröbsten Missstände zu beheben. Sie reichen von der Anbringung kundenorientierter Schilder - "Richtung Nürnberg" statt "Zu den Gleisen 2 und 3" - bis zur totalen Sanierung.