Verlust von Arbeitsplätzen Sinn warnt vor Mindestlohn


Einen Tag bevor der Bundestag über die Einführung eines Mindestlohns für Briefzusteller abstimmen wird, warnt der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, vor einer Ausweitung auf andere Branchen: 1,9 Millionen Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel.

Kurz vor der entscheidenden Bundestagsabstimmung zur Einführung eines Mindestlohns in der Briefzustellbranche hat das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) vor einer Ausweitung der Regelung gewarnt. "Mindestlöhne sind ein wirtschaftspolitisches Spiel mit dem Feuer", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn der "Bild"-Zeitung.

Nach Sinns Berechnungen würde die Einführung bundesweiter Mindestlöhne in Höhe der für die Postdienste vorgesehenen bis zu 9,80 Euro pro Stunde zum Abbau von 1,9 Millionen Arbeitsplätzen führen. Zur Begründung führte das Institut an, dass eine Übertragung auf alle Branchen zur Folge hätte, dass im Osten voraussichtlich 23,3 Prozent und im Westen 25,1 Prozent aller Beschäftigten in Niedriglohngruppen ihren Job verlören. Hochgerechnet auf alle Arbeitnehmer in der privaten Wirtschaft wären das nach Angaben Sinns rund 470.000 Stellen in Ostdeutschland und rund 1,42 Millionen Stellen in Westdeutschland.

Angesichts des geplanten Mindestlohns in der Briefbranche hat der Springer-Verlag, Miteigentümer des Postdienstes PIN, bereits die Schließung seiner Brieftochter angekündigt.

AP AP

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