Verluste Infineon streicht Tausende Jobs

Der Chiphersteller Infineon kommt auf keinen grünen Zweig: Erneute Verluste zwingen das Unternehmen zum Jobabbau. Tausende Jobs gehen verloren - auch in Deutschland. Nur die Börse jubelt.

Nach anhaltend roten Zahlen will der Chiphersteller Infineon 3000 Stellen streichen, 2000 davon in Deutschland. Damit würde jeder zehnte der weltweit 30.000 Jobs wegfallen. Der Stellenabbau betreffe "alle Standorte, Funktionen und Hierarchieebenen", teilte der Konzern in München mit. Die Börse nahm die Nachricht mit Freude auf. Die Aktie stieg im frühen Handel um 4,5 Prozent und war damit Nummer eins im Dax.

Dabei machte der Chiphersteller auch im dritten Quartal Verlust. Der Fehlbetrag lag bei 592 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorquartal ging er aber deutlich um fast 780 Millionen Euro zurück. Erneut musste das Unternehmen jedoch Abschreibungen in Höhe von 411 Millionen Euro auf die kriselnde Speicherchiptochter Qimonda verbuchen. Infineon hält derzeit noch 77,5 Prozent, will seine Beteiligung aber deutlich reduzieren und führt die Tochter deshalb nicht mehr in der Kernbilanz.

Der Konzern konkretisierte seine Pläne für ein Sparprogramm. Bis zum Ende des kommenden Geschäftsjahres will Infineon jährliche Einsparungen von mehr als 200 Millionen Euro erreichen. Dazu müsse Infineon auch seine Größe anpassen. "Die Risiken der aktuellen Marktbedingungen, die nachteilige Wechselkursentwicklung und die Anforderungen der Reorganisation an das Unternehmen machen einen Personalabbau unvermeidlich", hieß es.

Beim Umsatz musste Infineon im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal einen Rückgang um zwei Prozent auf knapp 1,03 Milliarden Euro verbuchen. Der Ausblick auf das vierte Quartal fiel schwach aus. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen werde stagnieren oder sinken, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz soll aber im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen.

ben/AP/Reuters AP Reuters

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