Vioxx-Prozess Geschworene kapitulieren


Der erste Prozess gegen den US-Pharmakonzern Merck & Co im Zusammenhang mit dem Schmerzmittel Vioxx ist in den USA geplatzt.

Die Geschworenen im ersten Vioxx-Prozess auf Bundesebene in den USA haben sich auch nach mehreren Tagen nicht auf ein Urteil einigen können. US-Richter Eldon Fallon ließ daraufhin den Prozess in Houston platzen. Die Aktie von Merck & Co büßte daraufhin an der Wall Street 2,5 Prozent auf 28,40 Dollar ein.

Richter Eldon Fallon teilte mit, er werde mit den beteiligten Anwälten in den kommenden Tagen sprechen, um einen Termin für einen neuen Prozess zu finden. Die Anwälte des US-Konzerns streben nach eigenen Worten dafür den Februar an.

Die neun Geschworenen in dem Verfahren berieten seit Donnerstag. Sie mussten entscheiden, ob das Arthritis-Medikament des US-Pharmariesen zum Tod eines Mannes aus Florida beigetragen hat. Dabei ging es um den Herztod des 53-jährigen Richard Irvin, der im Jahr 2001 starb. Zu diesem Zeitpunkt nahm er Vioxx seit weniger als einem Monat ein.

"Wir werden uns energisch verteidigen"

Merck & Co teilte mit, er sei mit einer starken Verteidigung auf ein neues Verfahren vorbereitet. "Falls ein Wiederaufnahmeverfahren angesetzt wird, kommen wir mit den selben Fakten zurück", erklärte der Anwalt des Konzerns, Kenneth Frazier, in einer Mitteilung. Auf einer Analysten-Konferenz sagte er, im kommenden Jahr seien noch zahlreiche weitere Gerichtsverfahren wegen Vioxx zu erwarten. Merck & Co werde diese Fälle einen nach dem anderen abarbeiten. "Wir werden uns energisch verteidigen, ungeachtet der Kosten."

Merck & Co hatte Vioxx im September 2004 vom Markt genommen, nachdem eine Studie ein erhöhtes Risiko von Herzproblemen durch das Medikament aufgedeckt hatte. Im ersten Prozess um das Medikament hatte im August ein Gericht in Texas dem Konzern eine Mitschuld am Tod eines Mannes gegeben. Der US-Konzern hatte Berufung gegen die Entscheidung angekündigt. Im Falle des Todes eines anderen Mannes hatte ein zweites Gericht in New Jersey den Konzern dagegen freigesprochen.

Der US-Konzern sieht sich inzwischen wegen Vioxx mit mehr als 7000 Klagen konfrontiert. Die Kläger argumentieren, dass Merck über Jahre hinweg nicht ausreichend auf die möglichen Herzkreislauf-Risiken hingewiesen habe. Analysten zufolge könnten auf Merck für die Anwalts- und Gerichtskosten mehrere Milliarden Dollar an Aufwendungen zukommen. Im Jahre 2004 machte Merck mit dem Medikament mehr als 2,5 Milliarden Dollar Umsatz.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker