WERBUNG Teilerfolg für Lufthansa


Im Werbestreit mit dem irischen Billigflieger Ryanair musste dieser eine herbe Niederlage einstecken: Eine vergleichende Werbung mit Business-Class-Tarifen wurde untersagt.

Im Werbestreit zwischen der Deutschen Lufthansa und Ryanair hat der irische Billigflieger weitgehend eine Niederlage bei Gericht erlitten. Das Kölner Landgericht bestätigte am Dienstag auf Antrag der Lufthansa in großen Teilen eine im November 2001 wegen unlauteren Wettbewerbs ergangene einstweilige Verfügung gegen Ryanair.

Vorsicht bei vergleichender Werbung

Nach dem vorliegenden Urteil des Gerichts ist Ryanair eine vergleichende Werbung mit Business-Class-Tarifen der Lufthansa untersagt, bei denen der Billigflieger nur zeitlich befristete Sondertarife anbietet. Bei Zuwiderhandlung droht der irischen Fluglinie nach Angaben des Gerichts eine Ordnungsstrafe von 250.000 Euro. Allein in einem Punkt hob das Gericht die Verfügung auf. Ryanair darf mit Flugpreisen werben, welchee die Bearbeitungsgebühren nicht einschließen.

Teilweise schon vorher eingelenkt

In einigen Punkten hatte Ryanair bereits im Januar ihren Widerspruch gegen die Verfügung zurückgezogen. Die Richter hatten die vergleichende Werbung untersagt und moniert, dass die Gesellschaft in ihren Werbeanzeigen nicht erwähnt, dass die beiden Fluggesellschaften im In- und Ausland verschiedene Flughäfen in den Zielregionen bedienen. In diesem Punkt hatte Ryanair ihren Widerspruch zurückgezogen.

Hahn ist nicht Frankfurt

Die Lufthansa hatte Ryanair zuletzt mehrfach Werbung mit unlauteren Mitteln vorgeworfen, und unter anderem darauf verwiesen, dass die Gesellschaft Flüge von Frankfurt aus anbietet, die aber tatsächlich vom rund 100 Kilometer entfernten Flughafen Hahn im Hunsrück starten. Das Kölner Oberlandesgericht untersagte Ryanair mittlerweile die Verwendung des Flughafennamens »Frankfurt-Hahn«. Am 19. März wird das Kölner Landgericht nach Angaben eines Sprechers vom Dienstag über diesen Streitpunkt zwischen den beiden Fluggesellschaften entscheiden.

Jeder vermeldet Sieg

Die Lufthansa äußerte sich zufrieden mit der Entscheidung. »Wir haben in fünf von sechs Streitpunkten gesiegt«, so eine Sprecherin. Auch Ryanair wertete das am Dienstag ergangene Urteil als Sieg für sich. Das Unternehmen kann weiter vergleichende Werbung verbreiten, die zeigt, wie hoch die Lufthansa-Tarife sind, hieß es.


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