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Zeitweise unter 1,19 Euro: EU besorgt über schnellen Fall des Euro

Die europäische Gemeinschäftswährung erlebt derzeit eine rasante Talfahrt. Kurzzeitig fiel der Euro am Montag sogar unter die Marke von 1,19 Dollar. Sorgen bereitet der EU dabei vor allem das rasante Tempo des Kursverfalls.

Die Europäische Kommission ist besorgt über die Schnelligkeit, mit der der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert verliert. Dabei sei vor allem die Schnelligkeit der Entwicklung besorgniserregend und weniger das Niveau des Euro-Kurses, sagte der EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, Olli Rehn, am Montag vor Beginn des Finanzministertreffens der Eurogruppe in Luxemburg. In dieser Einschätzung stimme er mit dem Vorsitzenden der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, überein. Einen Vergleich zwischen der Lage in Griechenland und der in Ungarn wies Rehn zurück.

Der Kurs des Euro war am Montag bei Öffnung der Börsen in Asien kurzzeitig unter 1,19 Dollar gesunken, erholte sich dann allerdings wieder etwas. Händler machten für den Absturz der Gemeinschaftswährung unter anderem die jüngsten beunruhigenden Nachrichten aus Ungarn verantwortlich. Die dortige Regierungspartei hatte darauf hingewiesen, dass die wirtschaftliche Gesundung trotz umfangreicher internationaler Hilfsmaßnahmen nicht gesichert sei.

Referenzkurs bei 1,1959 Dollar

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag auf 1,1959 Dollar fest (Freitag: 1,2060). Der Dollar kostete damit 0,8362 (0,8292) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82460 britische Pfund, 109,86 japanische Yen und 1,3911 (1,3951) Schweizer Franken fest.

Die Finanzminister der Euro-Länder wollen am Nachmittag über die Währungskrise beraten. Unter anderem sollte es um die Details des Rettungsschirms von 750 Milliarden Euro für hoch verschuldete Länder mit der Gemeinschaftswährung gehen.

AFP/DPA / DPA