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ZEW-Konjunkturbarometer: Experten blicken optimistischer nach vorn

Konjunkturprogramm und Rettungspaket zeigen Wirkung: Wirtschaftsexperten schöpfen Hoffnung und lassen das ZEW-Barometer steigen. Noch im Oktober war der Index wegen der Finanzkrise deutlich gefallen.

Das Milliarden-Rettungspaket für die Banken und Konjunkturspritzen der Bundesregierung hellen die Konjunkturerwartungen in Deutschland leicht auf. Das vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW/Mannheim) ermittelte Stimmungsbarometer liegt im November bei minus 53,5 Punkten - im Vergleich zum Vormonat ein Plus von 9,5 Punkten. Volkswirte hatten einen moderateren Anstieg auf minus 61,5 Punkte erwartet. Allerdings liegt der ZEW-Index immer noch weit unter dem historischen Mittelwert von plus 27,1 Punkten.

Der Aufwärtstrend stelle teilweise eine Korrektur zum Vormonat dar, teilte das ZEW am Dienstag mit. Im Oktober waren die Erwartungen angesichts der Finanzkrise überraschend deutlich eingebrochen. Neben den Aktivitäten der Bundesregierung dürften die weltweiten Zinssenkungen den Konjunkturabschwung bremsen, hieß es.

"Von dem gemeinsamen Vorgehen der Regierungen und Zentralbanken scheinen die Experten eine Milderung des Konjunkturabschwungs zu erhoffen", teilte ZEW-Präsident Wolfgang Franz mit. In ihren früher geäußerten pessimistischen Erwartungen dürften sich die Experten durch die derzeitige und absehbare konjunkturelle Entwicklung aber bestätigt sehen.

Erneut deutlich schlechter beurteilen die befragten 287 Finanzanalysten unterdessen die aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland. Der entsprechende Indikator sank im November um 14,5 Punkte auf minus 50,4 Punkte.

Das Bild für die gesamte Eurozone bleibt ebenfalls gespalten. Auch hier legten die Konjunkturerwartungen im November nach dem Einbruch im Vormonat etwas zu, während die Konjunkturlage erneut schlechter beurteilt wurde. Der entsprechende Index für die Erwartungen kletterte im Vergleich zum Vormonat um 8,7 Punkte auf minus 54 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum sank hingegen um 14,2 Punkte auf minus 58,9 Punkte.

DPA / DPA