Zinserhöhung US-Notenbank schickt Euro auf Talfahrt

Ist die Krise vorbei? Die US-Notenbank jedenfalls sah es wieder an der Zeit, die Zinsen zu erhöhen. Mit dem Schritt schickten Ben Bernanke und seine Kollegen den Euro auf eine steile Talfahrt.

Der Kurs des Euro ist am Freitag belastet durch die Diskontsatzerhöhung in den USA stark unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3463 US-Dollar gehandelt und war damit mehr als einen Cent schwächer als am Donnerstag. Ein Dollar war 0,7426 Euro wert.

Die US-Notenbank (Fed) hatte am Donnerstag ihren Diskontsatz überraschend von 0,5 Prozent auf 0,75 Prozent angehoben. Sie begründete den Schritt mit einer Verbesserung der Lage an den Finanzmärkten. Es sei nicht zu erwarten, dass sich dadurch auch die Kreditkosten für Haushalte und Unternehmen erhöhten. Es war die erste Zinserhöhung seit Dezember 2008. Vor der Entscheidung der Fed am Donnerstagabend hatte der Euro noch über der Marke von 1,36 Dollar notiert. "Das Timing überraschte, die Maßnahme selbst war von der Fed aber schon angekündigt worden", schreibt die Commerzbank in einem Kommentar. Die Fed habe bereits zuvor klar gemacht, dass dieser Schritt nicht ein schleichender Einstieg in einen Zinserhöhungszyklus ist, sondern ein Schritt zur Normalisierung der Konditionen der US-Notenbank.

Zum Diskontsatz können sich Banken in Notfällen Geld von der Fed leihen. Diese Möglichkeit wird jedoch kaum wahrgenommen. Die Maßnahme hat laut Commerzbank jedoch zumindest einen symbolischen Wert: "Trotz gegenteiliger Beteuerung der Fed gilt natürlich: Die weitere Normalisierung der Fed-Politik wird es der Fed in Zukunft möglich machen, auch das Zinsniveau zu normalisieren."

DPA/Reuters DPA Reuters

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