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Müllsammler in Indonesien Philipp Keil, warum lassen Sie Muschelsammler in Indonesien nach Plastik suchen?

Menschen sammeln Müll in einem indonesischen Gewässer
Menschen sammeln Müll in einem indonesischen Gewässer
© PR Kneipp GmbH
Weltweit werden nur 14 Prozent aller Plastikabfälle recycelt, so eine Studie des Ellen MacArthur Report. Phillipp Keil ist Head of Packaging Materials Management bei der Kneipp GmbH und will das ändern.
Philipp Keil, Head of Packaging Materials Management, Kneipp GmbH
Philipp Keil, Head of Packaging Materials Management, Kneipp GmbH
© PR Kneipp GmbH

Phillipp Keil hat einen ziemlich seltenen, aber besonders wichtigen Posten: Er und sein Team kümmern sich um die Entwicklung nachhaltiger Verpackungen. Und das im großen Stil, denn das Ziel ist es, dass die Kneipp GmbH bis 2023 "vollständige Recyclingfähigkeit und Herstellung aller Plastik-Verpackungen aus recyceltem Kunststoff" bieten kann. Ganz schön ehrgeizig. Aber es geht noch weiter. Bis 2025 soll komplett auf Plastikverpackungen verzichtet werden. Für diese ambitionierten Pläne ist Phillipp Keil verantwortlich. Und deshalb haben wir ihm unsere Klimafrage gestellt.

 Philipp Keil, warum lassen Sie Muschelsammler in Indonesien nach Plastik suchen?

Phillip Keil: "Experten gehen davon aus, dass 2050 mehr Plastik als Fisch im Meer sein wird. Das ist eine erschreckende Prognose – weshalb wir uns gefragt haben, was wir als Marke dagegen tun können. Wie jeder Hersteller von Konsumprodukten stehen wir zum einen in der Verantwortung Plastik zu vermeiden. Ein wichtiger Punkt ist deshalb unser Ziel, bis 2025 kein Plastik mehr in unseren Verpackungen zu nutzen.

Eine Muschelsammlerin sortiert Plastikbecher
Eine Muschelsammlerin sortiert Plastikbecher
© PR Kneipp GmbH

Wir wollten uns dem Thema aber auch ganz konkret annehmen und flogen deshalb nach Indonesien. Das Land ist sehr stark durch Plastikmüll belastet. In touristischen Gebieten wird teilweise der Müll wegräumt, aber gerade Buchten, Flussläufe oder Mangroven rund um die Hauptstadt Jakarta sind stark belastet durch Plastikmüll. Ein öffentliches Abfallsystem gibt es nicht. Also haben wir uns die Frage gestellt. Was können wir tun?

Wichtig war uns, dass das Plastik nicht nur aus dem Meer gefischt wird. Wir wollten auch einen Weg finden, dass es nicht mehr im Meer landet. Also haben wir uns überlegt, dass wir das gesammelte Plastik auch in unseren eigenen Verpackungen nutzen wollen. So gelangt die recycelte Verpackung aus Indonesien dann in unser heimisches Abfallsystem.

Das Sammeln von Ocean-Waste bietet den Muschelsammlern dort eine zusätzliche, fair bezahlte Einkommensquelle und entlastet das Ökosystem an den Flüssen, der Küste und im Meer. Nach unserem Besuch in Indonesien haben wir uns entschieden, das Projekt zu unterstützen.

Muschelsammler wie zum Beispiel Hassan, der in den Slums Jakartas lebt, bekommen ein Grundgehalt und Geld für den gesammelten Müll. Mit seinem Boot sammelt Hassan neben Muscheln auch Plastik in den nahegelegenen Buchten. Seine Frau sortiert den Müll zu Hause. In Säcken wird das Plastik dann zu einer Sammelstelle gebracht und von hier aus zu einer kleinen Recyclingfabrik transportiert. Hier wird das Plastik zu kleinen Pellets geschreddert und dann zur Weiterverarbeitung geschickt.

Inzwischen wurden rund 1875 Kilogramm Müll gesammelt. Das entspricht einer Menge von ungefähr 234.000 Plastiktüten. Das gesammelte Plastik wird aktuell sogar teilweise in unseren Verpackungen genutzt."


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