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"Die Stunde Null" "Die Quadratmeter-Optimierung ist vorbei": Wie sich das Büro verändern muss

Büroflächen müssen attraktiver werden, sagt Immobilien-Expertin Sabine Eckhardt
Büroflächen müssen attraktiver werden, sagt Immobilien-Expertin Sabine Eckhardt
© alvarez / Getty Images
Das Büro ist nicht tot, sagt Sabine Eckhardt, Zentraleuropa-Chefin des Immobilienkonzerns JLL. Aber es muss sich neu erfinden und attraktiver werden.

Das Homeoffice wird bleiben, aber weniger ausgeprägt als noch vor einem Jahr vermutet. Das ist eine Prognose des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL). "Einen Großteil der Zeit wird man im Büro verbringen, einen kleineren Teil der Zeit zuhause", sagte Sabine Eckhardt,Zentraleuropa-Chefin von JLL im Podcast "Die Stunde Null". In Deutschland arbeiteten nach derzeitigen Berechnungen die Angestellten im Schnitt "2,1 bis 1,5 Tage" pro Woche von zuhause aus. 

Dennoch schätzen viele Menschen die neue Flexibilität. Es wurde letztes Jahr viel ins Wohnen investiert, "weil man davon ausgegangen ist, dass man zehn Quadratmeter im Schnitt in Deutschland mehr Wohnfläche braucht, um sich auf dieses Arbeiten zuhause einzustellen", so Eckhardt. "Das wird sicherlich bleiben."

Büros attraktiver machen

Damit Mitarbeiter wieder ins Büro kommen, müssten Unternehmen ihre Bürofläche neu denken: "Es geht weniger um Kästchen und Quadratmeter-Optimierung in Zukunft, sondern eher darum, wie man die Fläche so gestalten muss, dass sie hochattraktiv ist für Menschen, um ins Büro zu kommen", sagt Eckhardt, die ihren Job mitten im ersten Lockdown, im April 2020, angetreten hatte. Die Arbeitgeber müssten um ihre Mitarbeiter "buhlen und werben". Sie einfach nur zu verpflichten, ins Büro zu kommen, funktioniere nicht mehr. 

Die Büros werden also nicht verschwinden, ganz im Gegenteil: "In den sieben großen deutschen Städten wächst derzeit die Bürofläche mit 1,3 Millionen Quadratmetern", sagt Eckhardt. Grund dafür sei, dass 2020 wenig neue Mitarbeiter eingestellt worden seien. Jetzt werde dies nachgeholt, und diese neuen Angestellten "müssen ja irgendwo sitzen, sie können ja nicht alle von zuhause aus arbeiten", sagt Eckhardt, die zuvor im Vorstand bei Pro Sieben Sat 1 Media war.

Auch die Abstandsregeln sorgen dafür, dass größere Büroräumlichkeiten gebraucht werden. 20 Prozent mehr Fläche werde pro Person berechnet, erklärt Eckhardt. "Das heißt, dass es zwar einen Rückgang an Bedarf gibt, weil weniger Menschen im Büro sind. Aber die Fläche muss breiter oder größer geplant werden."

Hören Sie außerdem in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Wie Sabine Eckhardt ihren Jobwechsel mitten in der ersten Welle erlebt hat
  • Welche Unterschiede es bei den Büroflächen in Deutschland, Frankreich oder England gibt
  • Ob Tech-Unternehmen die Immobilienbranche aufmischen

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Capital

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