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Auto im Urlaub: Mietwagen mit "Mallorca-Police" versichern

Ein Unfall mit dem Mietwagen kann im Urlaub schnell zum finanziellen Albtraum werden, wenn die in Deutschland bestehende Kfz-Haftpflicht des Fahrers keine Europa-Zusatzdeckung - auch "Mallorca-Police" genannt - enthält.

Ein Unfall mit dem Mietwagen kann den Urlaub zum finanziellen Albtraum werden lassen, weil die Auslands-Deckung der Policen meist nicht ausreicht. Vor Reiseantritt sollte daher geprüft werden, ob die eigene Kfz-Haftpflicht eine Europazusatzdeckung - auch "Mallorca-Police" - enthält. "Das ist vor allem bei Personen- oder Auffahrunfällen sehr wichtig, da hier die Schadenssummen enorm sein können", erklärt Peter Hemschik vom ADAC in München.

Eigene Versicherung prüfen

"Viele deutsche KFZ-Versicherungen haben die Police in den letzten Jahren in ihre Verträge integriert", erläutert der Experte. Daher sollten Autofahrer schon vor Urlaubsbeginn die Versicherungsunterlagen überprüfen oder sich bei ihrer Autoversicherung telefonisch erkundigen. Ist die Mallorca-Police nicht integriert, könne man sich für etwa 20 Euro zusätzlich nachversichern.

Die Deckungssummen der im Mietwagenangebot enthaltenen Versicherung liegen im Ausland in der Regel weit unter denen in Deutschland. Verursacht zum Beispiel ein deutscher Urlauber in Portugal mit seinem Mietwagen einen Unfall mit Sachschaden in Höhe von 150.000 Euro - zum Beispiel bei der schuldhaften Beschädigung mehrerer anderer Wagen oder eines Gebäudes - bei einer Deckungssumme von lediglich 100.000 Euro, müsste er den Restbetrag in Höhe von 50.000 Euro selbst tragen, rechnete die Condor Versicherung vor. Noch schlimmer kann es im Fall des Personenschadens aussehen, da hier rasch Schadenssummen in Millionenhöhe erreicht werden. Enthält die deutsche Kfz-Haftpflichtversicherung dagegen die "Mallorca-Police", so kommt die Versicherung in Deutschland für den Restschaden auf. Die Gesamtversicherungssumme in Deutschland für Personen-, Sach- und Vermögensschäden umfasst üblicherweise 50 Mio. Euro, Personenschäden sind dabei je Person in der Regel auf acht Millionen Euro beschränkt.

Vollkasko lohnt sich

Außerdem rät der ADAC, für Mietwagen prinzipiell eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen: "Vor allem im Urlaub sind Sie viel unterwegs, beim Essen oder am Strand, und wenn das Auto dann aufgebrochen wird oder Parkschäden entstehen, müssen Sie das aus eigener Tasche bezahlen", warnt Hemschik. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob das Auto bereits vom Heimatland aus oder erst am Urlaubsort gemietet werden soll. Neben Verständigungsschwierigkeiten in einem fremden Land ist auch der juristische Aspekt zu beachten: "Wenn was passiert, ist der Gerichtsstand immer in dem Land, in dem das Auto gemietet wurde."

Bei der Übernahme eines Mietwagens gilt es ebenfalls, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: "Die Übergabemodalitäten sind je nach Land und Vermieter unterschiedlich, besser ist aber, auf Nummer Sicher zu gehen", sagt Hemschik. Die sorgfältige Überprüfung des Wagens, am besten gemeinsam mit dem Vermieter, ist daher unumgänglich, um späteren Ärger zu vermeiden. Das liege auch in eigenem Interesse, "denn häufig sind die Wagen in einem Zustand, der lebensgefährlich ist", zum Beispiel bei abgefahrenen Reifen.

Geänderte Benzinregelungen

Die Benzinregelung kann ebenfalls für Missverständnisse sorgen, da die alte Regelung, das Auto mit vollem Tank abzuholen und zurück zu geben, mittlerweile nicht mehr bei allen Verleihern gelte: "Die Vermieter geben die Autos jetzt oft mit leerem Tank her und verlangen sie leer zurück", so Hemschik. Hat man sich dann auch noch mit der Licht- und Warnblinkanlage des geliehenen Wagens vertraut gemacht, "kann eigentlich nichts mehr passieren", so der ADAC-Experte.

DPA