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Höhere Kassenbeiträge: "Unseriöse Spekulationen"

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Krankenkassenbeiträge deutlich steigen werden - um bis zu 712,80 Euro pro Jahr. Jetzt weist dass Gesundheitsministeriums diese Beitragszahlen zurück: Es gebe keinen Anlass für "unseriöse Spekulationen", heißt es dort.

Das Bundesgesundheitsministerium hat Prognosen über steigende Kassenbeiträge ab 2009 als unseriös zurückgewiesen. Die Bundesregierung werde den Beitragssatz erst zum 1. November dieses Jahres festgelegen, und zwar streng nach dem Bedarf der Krankenkassen, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin.

Beitragssatz von wirtschaftlicher Entwicklung abhängig

"Die Kassen werden genau das bekommen, was sie benötigen", sagte sie. Vorher werde sich ein noch zu gründender Schätzerkreis mit den Fakten der wirtschaftlichen Entwicklung beschäftigen. Derzeit sähen diese ganz gut aus. Die Kassen hätten ihre Schulden abgebaut, und die gute Konjunktur bringe mehr Menschen in Arbeit. Außerdem steige der Bundeszuschuss an die Krankenkassen ab 2009 wieder von 2,5 auf vier Milliarden Euro. Es gebe also keinen Anlass für "unseriöse Spekulationen".

Gleichzeitig forderte sie die Krankenkassen zum Sparen auf. Sie hätten noch nie so viele Instrumente dazu an der Hand gehabt wie jetzt. Einige machten von Möglichkeiten wie Hausarzt- oder Rabattverträgen noch nicht so stark Gebrauch wie andere, sagte die Ministeriumssprecherin.

Studie berichtet von spürbaren Beitragserhöhungen

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über eine Studie des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) berichtet, wonach ab 1. Januar 2009 mit einem allgemeinen Beitragssatz von 15,5 Prozent zu rechnen sei.

Damit müssten 44 Millionen GKV-Mitglieder, die derzeit weniger bezahlen, mit deutlichen Mehrkosten rechnen. Im Einzelfall könnten sie bei bis zu 712,80 Euro im Jahr liegen. Dazu sagte die Ministeriumssprecherin, sie kenne die Studie nicht und auch nicht das Institut.

AP / AP