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Lebensversicherung: Riester-Rente: attraktiver, als viele meinen

Die vor drei Jahren eingeführte private Altersvorsorge wurde anfangs zu Recht geschmäht. Mittlerweile hat sich so viel verbessert, dass das Sparen mit Staatszuschuss für fast jeden interessant ist. Der Anleger kann aus vier Produkten wählen.

Was wurde nicht alles über die Riester-Rente geschrieben: unflexibel sei sie, nicht gerade ein Renditerenner und viel zu kompliziert. Die im Jahr 2002 eingeführte private Förderrente, benannt nach dem früheren Bundessozialminister, galt lange Zeit als ausgemachter Flop. Doch mittlerweile lohnt ein neuer Blick auf die viel geschmähte Rente. Denn zum einen hat die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für Riester-Sparverträge nachgebessert, zum anderen sind Konkurrenzangebote zur Altersvorsorge unattraktiver geworden oder sogar Auslaufmodelle. Daher gilt heute: Riester-Sparen ist für sehr viele Verbraucher eine gute Möglichkeit, privat für den Ruhestand vorzusorgen und dabei ordentlich staatliche Förderung zu kassieren. Die gibt es entweder als direkten Zuschuss oder als Steuergutschrift. Je nach Höhe der Eigenleistung und abhängig von der Familiensituation kann die staatliche Zugabe mehr als 50 Prozent betragen.

Generell ist Riester-Sparen besonders für Verbraucher mit Kindern attraktiv, für die die Förderung beträchtlich ist. Einmalauszahlungen sind (in Teilen) ab dem 60. Lebensjahr möglich. Und ein Gesetz schützt die Verbraucher davor, mit leeren Händen dazustehen: Am Ende der Sparzeit müssen alle Riester-Angebote mindestens die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stellen. Praktisch ist auch die Regelung für Arbeitslose: Bei längerer Zeit ohne Beschäftigung (Hartz-IV-Fall) müssen Riester-Ersparnisse nicht aufgelöst werden.

Das staatlich geförderte Sparen ist in vier Formen möglich

1. Die

klassische Riester-Rentenversicherung

eignet sich für sicherheitsorientierte Sparer, die später auf eine garantierte Monatsrente zurückgreifen wollen. Angelegt wird das Geld bei der Versicherung. Die spätere Rentenhöhe hängt vom Einstiegsalter des Sparers ab. Je älter der Einsteiger, desto niedriger die Garantierente. Stirbt der Versicherte, verfällt das Kapital in der Regel zugunsten der Versichertengemeinschaft.

2. Die

fondsgebunde Riester-Rentenversicherung

investiert das Sparkapital in Investmentfonds. Nachteil: Das Geldanlagerisiko trägt nicht, wie bei der Riester-Rentenversicherung, die Versicherung, sondern der Sparer. Diese Kombination aus Fondssparen und Versicherung ist besonders in puncto Kosten unübersichtlich.

3. Wer mit Investmentfonds staatlich gefördert sparen will, schließt deshalb besser direkt bei Fondshäusern einen Riester-Fondssparplan ab. Angeboten wird er etwa bei Deka (Sparkassen), DWS (Deutsche Bank), DIT (Dresdner Bank) und Adig (Commerzbank).

Riester-Fondsangebote

investieren in der Regel in einen Mix aus Aktien- und Rentenfonds. Das Anlagerisiko wird mit fortschreitendem Alter des Sparers immer geringer - dafür sorgt die Fondsfirma durch automatisches Umschichten in risikoärmere Fonds. Deutlich attraktiver als die Versicherungsvariante (1.) ist das Fondssparen vor allem für jüngere Einsteiger (etwa bis 40 Jahre). Denn sie können mit einem größeren Aktienfondsanteil starten und so langfristig höhere Renditen erzielen. Und das ohne Verlustrisiko, denn auch in dieser Variante müssen die Anbieter zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge auszahlen.

4. Für die Generation "50plus" und sehr kostenbewusste Sparer sind

Banksparpläne

am besten geeignet, um die Riester-Förderung zu erhalten. Denn das Geld ist ohne Provisionsabschläge sehr sicher angelegt. Weiterer Pluspunkt: Kapital aus Riester-Banksparplänen kann ebenso wie bei der Fonds-Variante (3.) problemlos vererbt werden. Weitere Details zur Riester-Rente finden sich im Internet-Angebot des Bundessozialministeriums.

Frank Donovitz / print
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