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Lebensversicherungen: Allianz zahlt 900.000 Kunden Geld zurück

Das wird teuer: Für fehlerhafte Klauseln in ihren Lebensversicherungen muss die Allianz massenhaft Abbitte leisten. Der Konzern hat für die Entschädigungen 117 Millionen Euro zurückgelegt.

Die Allianz Lebensversicherung zahlt Kunden Millionen von Euro für ungültige Klauseln in alten Versicherungsverträgen zurück. Der Konzern habe eine Beschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart aus dem Sommer 2011 zurückgezogen, sagte eine Allianz-Sprecherin am Dienstag in Stuttgart. Damit akzeptiert der Versicherer das Urteil des OLG (Az. 2 U 138/10). Die Allianz hatte für die Entschädigung betroffener Kunden 117 Millionen Euro zurückgestellt.

Nach Angaben der Allianz sind etwa 900.000 Kunden betroffen. Dabei handle es sich nahezu ausschließlich um Kunden, die ihre Verträge beitragsfrei gestellt hätten, sagte ein Allianz-Sprecher. Diese bekämen die Nachzahlungen automatisch auf ihre Versicherungssumme gutgeschrieben. Dies erfolge mit der jährlichen Mitteilung zum Stand des Versicherungsvertrags.

Die Zahl betroffener Kunden hingegen, die ihre Verträge bereits gekündigt hätten, bewege sich nur "im einstelligen Tausenderbereich", sagte der Sprecher. Diese müssten sich mit einem formlosen Schreiben an die Allianz wenden, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Musterschreiben für ehemalige Kunden gibt es bei der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) auf der Internetseite. Das Urteil hat Auswirkungen für Lebensversicherungsverträge, die zwischen 2001 und 2007 abgeschlossen wurden, wie die Allianz-Sprecherin sagte.

Die VZHH hatte gegen bestimmte Vertragsklauseln in Versicherungsverträgen der Allianz geklagt. Dabei ging es um Bestimmungen zum Rückkaufswert, zur Beitragsfreistellung und zum Stornoabzug in Lebens- und Rentenversicherungsverträgen. Die Allianz hatte gekündigte und beitragsfrei gestellte Policen "falsch abgerechnet", wie die VZHH mitteilte. Demnach kaufte die Allianz unter anderem Kunden Lebensversicherungen nach einer Kündigung für einen zu geringen Wert zurück und behielt Stornokosten zu Unrecht ein.

bak/AFP / AFP