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Rente: Merkel will Kinderlose stärker belasten

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat sich dafür ausgesprochen, Kinderlose stärker zur Finanzierung der Rentenkassen heranzuziehen als Eltern. Die Regierung lehnt den Vorstoß ab.

CDU-Chefin Angela Merkel plädiert dafür, Kinderlose bei der Rente finanziell schlechter zu stellen. Denkbar sei, dass Kinderlose weniger Rente erhielten oder höhere Beiträge zur Rentenversicherung leisteten, sagte Merkel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Bundessozialministerium hat den Vorstoß von Merkel zurückgewiesen. Dies würde ein Grundprinzip der Rentenversicherung verletzen, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater. "Das ist mit uns nicht zu machen." So hänge die Rente entscheidend von den eingezahlten Beiträgen ab. Dieses "Äquivalenzprinzip" würde verletzt, wenn Menschen die Rente gekürzt werde, weil sie keine Kinder bekommen wollen oder können.

Merkel: Ohne Kinder Rente halbieren

Konkret plädiere Merkel für die Vorschläge des Präsidenten des Münchener ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn. Der ifo-Chef hatte angesichts der Überalterung der deutschen Bevölkerung gefordert, für durchschnittliche Rentner ohne Kinder die Bezüge zu halbieren. Auch Rentnern, die nur ein oder zwei Kinder erzogen hätten, sollten die Zahlungen anteilig gekürzt werden. Nur wer mindestens drei Kinder großgezogen und durchschnittliche Beiträge gezahlt habe, solle die gesetzliche Rente im erwarteten Umfang weiter erhalten, hatte Sinn gesagt.

CDU-Konzept angekündigt

Merkel kündigte für den Herbst ein CDU-Konzept für eine Rentenreform an. Die jährliche Rentenerhöhung müsse künftig an einen "ehrlichen demographischen Faktor" gekoppelt werden. Ziel sei es, den Beitragssatz zur Rentenversicherung eher bei 19 Prozent des Bruttolohns zu halten als bei 20 Prozent. Derzeit liegt der Beitragssatz bei 19,5 Prozent, die Rentenversicherer fürchten bei einer anhaltend schwachen Konjunktur aber einen Anstieg auf 19,9 Prozent im nächsten Jahr.