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Versicherung: Was tun bei Sturmschäden?

Die jüngsten Sturmschäden in weiten Teilen Deutschlands sind nach Angaben von Verbraucherschützern in der Regel durch die üblichen Versicherungen gedeckt.

Die Wohngebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherungen übernimmt Schäden ab Windstärke acht, sagte Wolfgang Scholl vom Bundesverband der Verbraucherzentrale in Berlin. »Das dürfte bei den jüngsten Unwettern zweifellos der Fall gewesen sein.« Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin rief dazu auf, alle Sturmschäden schnell zu melden.

Meist reicht Haushaltsversicherung

»Auch Folgeschäden etwa durch umfallende Bäume sind mitversichert«, so Scholl. Die Wohngebäudeversicherung zahlt für Schäden am Haus und Dingen, die mit dem Haus fest verbunden sind. Der Abschluss der Police ist bei Mietwohnungen Sache des Vermieters. »Die Hausratversicherung übernimmt dagegen alles, was lose ist.« Voraussetzung ist aber, dass die Gegenstände im Haus untergebracht waren. Eine Ausnahme sind Markisen und Antennen, die vom Mieter angebracht wurden: Für sie zahlt ebenfalls die Hausratversicherung.

Achtung bei Überschwemmungen

Schäden durch Überschwemmungen dagegen werden nur dann reguliert, wenn eine erweiterte Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Auch Gartenlauben könnten zwar extra versichert werden, doch ist dies meistens nicht der Fall, so Scholl weiter. Eine Ausnahme stellen Haushaltsversicherungen der ehemaligen DDR dar, über die auch Lauben und Garagen versichert sind. Wer einen solchen alten Vertrag weiterführt, kann auch in anderen Einzelfragen mit weiter gehenden Leistungen rechnen als bei einer neuen Hausratversicherung. Der in den Lauben aufbewahrte Hausrat ist oft über die normale Hausratversicherung versichert. Diese so genannte Außenversicherung liegt in der Regel bei zehn Prozent der Versicherungssumme.

Autoschäden laufen über Kasko

Hat der Sturm Dachziegel auf ein Auto geschleudert, so kommt dafür Scholl zufolge die Teilkaskoversicherung des Autohalters auf. Versichert wird aber nicht der Wiederbeschaffungs-, sondern nur der Zeitwert des Fahrzeugs. Abgezogen davon wird die Selbstbeteiligung.

Immer dokumentieren

Generell lohnt es sich dem Experten zufolge, die Schäden zu dokumentieren. »Wenn man die Möglichkeit hat, etwa ein Foto zu machen, ist das hervorragend.« Darüber hinaus ist zwar alles zu unterlassen, was die Feststellung des Schadens erschweren könnte. Wichtiger ist allerdings die Vermeidung von Folgeschäden: So müssen Betroffene jetzt schnell zum Beispiel zerbrochene Fenster abdichten und herunterhängende Gegenstände beseitigen.