HOME

Vorsorge: Fünf Schritte zur Lebensversicherung

Ob am Bankschalter, in der Sparkasse oder zu Hause: Policen gibt es fast an jeder Ecke. Die folgenden Fragen helfen, sich im Angebotsdschungel zurechtzufinden, unrentable oder unpassende Verträge zu vermeiden.

Wer braucht eine Lebensversicherung?
Die einfachste Antwort lautet: Wer Familie, Vermögen oder Kredite abzusichern hat, dem empfiehlt sich der Schutz. Wem es ausschließlich um Altersvorsorge geht, der bleibt mit einem ausgewogenen Mix von Aktien- und Rentenfonds flexibler. Denn er kommt ohne Umstände täglich an das Gesparte heran und kann auf neue Lebensplanungen schneller reagieren.

Welche Versicherungsform eignet sich am besten?


Die Lebensversicherung gibt es in drei Ausprägungen. Welche individuell die Richtige ist, hängt von den Lebensumständen ab:
- Die Risikolebensversicherung ist die Grundform. Sie zahlt nur, wenn der Versicherte innerhalb der Laufzeit stirbt, an vorher bestimmte Personen. Geeignet ist diese Variante ausschließlich als Hinterbliebenen- und Kreditabsicherung, nicht jedoch zur Altersvorsorge. So wird beispielsweise eine Immobilie bei entsprechender Versicherungssumme auf einen Schlag schuldenfrei, wenn ein risikoversicherter Bauherr stirbt. Die Police ist vergleichsweise kostengünstig, da nur das Todesfallrisiko bezahlt werden muss.
- Die Kapitallebensversicherung zahlt ebenso im Todesfall, darüber hinaus aber auch dann, wenn der Versicherte bei Vertragsende noch lebt (so genannter Erlebensfall). Die Auszahlung des Kapitals erfolgt dann am Ende der Laufzeit - abzüglich Steuern - an den Versicherten. Deshalb eignet sich diese Variante neben der Hinterbliebenen- und Kreditabsicherung auch als private Altersvorsorge - etwa für Familien mit kreditfinanziertem Immobilieneigentum. - Die private Rentenversicherung zahlt in der Regel nicht im Todesfall des Versicherten. Sie verspricht im Erlebensfall typischerweise auch keine Kapitalsumme, sondern eine monatliche Rentenzahlung. Möglich ist jedoch, erst am Ende der Laufzeit zu entscheiden, ob - abzüglich Steuern
- einmal Kapital oder eine ebenfalls zu versteuernde monatliche Rente ausgezahlt wird. Die private Rentenpolice eignet sich ausschließlich zur Altersvorsorge - besonders für sicherheitsorientierte Singles und/oder Selbstständige, die eine garantierte Rentenzahlung wollen.

Wo gibt es Hilfe auf dem Weg zur passenden Versicherung?
Berater können helfen, die richtige Police herauszufinden. Generell gibt es zwei Arten von Beratung: gegen Provision bei Abschluss oder gegen Honorar, unabhängig davon, ob ein Vertrag abgeschlossen wird oder nicht. Provisionsberater sind Versicherungsmakler, -vertreter, Einzel- und Mehrfachagenten. Sie finden sich im örtlichen Branchenbuch. Gerichtlich zugelassene Honorarberater sind seltener. Ihr Verzeichnis beim Bundesverband der Versicherungsberater findet sich im Internet unter www.bvvb.de. Wer ohne (Provisions-)Beratung auskommt, kann bei den oft günstigeren Direktversicherungen (ohne Außendienst) abschließen.

Wie wählt man Gute Versicherer aus?


Der Brancheninformationsdienst "map-report" untersucht regelmäßig die Lebensversicherungen nach Kriterien wie Leistung, Service und Preis. Die Tabelle zeigt die zehn besten im Langfristtest. Sie müssen aber nicht bei einem dieser Anbieter abschließen - auch viele andere bieten gute Konditionen. Ein Vergleichsangebot aus der Bestenliste hilft aber, Offerten anderer Anbieter besser bewerten zu können.

Wie glaubwürdig sind die Rendite-Versprechen?


Lassen Sie sich nicht von den Renditeprognosen blenden. Vorgerechnet wird in der Regel mit den zuletzt gewährten Gutschriften. Ob diese so bleiben, kann jedoch niemand vorhersagen. Vergleichen Sie daher garantierte Versicherungssummen beziehungsweise garantierte Renten.

Frank Donovitz / print