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Fotoslider: Von der Weidekuh zur Hochleistungsmilchmaschine

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Milch immer billiger. Das ist gut für den Konsumenten, aber schlecht für die Bauern - und die Kühe. Denn die werden allem Überangebot am Milchmarkt zum Trotz immer überzüchteter.

Das linke Foto zeigt eine Weidekuh in den 1920er Jahren, das rechte eine Hochleistungskuh 2016.
Fotos: Planet News Archive/SSPL/Getty Images (links), Philipp Schmidt/stern (rechts)

Der Milchpreis lässt die Bauern aufstöhnen. Im März 2014 bekamen sie noch 41,4 Cent für für einen Liter, im Juni 2016 sind es 20,4 Cent - viel zu wenig. Das Überangebot am Markt ist viel zu groß. Ein Grund für das Überangebot ist die ständige Verbesserung, das Streben nach Effizienz in der Produktion.

Von 10.000 auf 50.000 Kalorien

Das macht natürlich auch vor der klassischen Milchkuh nicht halt, wie die obigen Bilder zeigen. Früher, vor hundert Jahren, nahm eine Weidekuh 10.000 Kalorien täglich zu sich - heute sind es 50.000 Kalorien. Das ist nur möglich, weil die Tiere mit speziellem Kraftfutter gefüttert werden. Früher waren die Tiere um 10 bis 20 Zentimeter kleiner, muskulöser und viel beweglicher als heute, die Klauen waren gesund - schließlich wurde das Tier ja auf der Weide gehalten. Heute sind die Klauen vieler Tiere erkrankt, das Stehen auf dem Stallboden - zum Teil im eigenen Mist - führt zu Schäden. Das ist ein sehr häufiger Schlachtgrund.

Überhaupt, die Lebenserwartung: Das natürliche Alter einer Milchkuh beträgt 20 Jahre, ein Hochleistungstier in Zucht wird nur fünf Jahre alt. Die hochgezüchteten Tiere bringen natürlich viel mehr Milch als andere. In den 1920er Jahren gab eine Kuh zehn Liter Milch, heute sind es 40 bis 50. Das strapaziert das schmerzempfindliche Euter, das ohnehin schon zu Entzündungen neigt.

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