23. Februar 2009, 19:21 Uhr

Google greift Microsoft an

Es ist Googles bislang offensivste Kampfansage an den Softwaregiganten Microsoft: Der Suchmaschinenanbieter will jetzt auch Asus-Netbooks mit seinem Betriebssystem Android ausrüsten, das bisher nur auf Handys lief. Die Mini-Notebooks sind ein rasant wachsender Markt - und könnten für Microsoft ziemlich gefährlich werden. Von Arndt Ohler

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Googles Betriebssystem Android kommt jetzt vom Handy auf das Netbook©

Google greift seinen Konkurrenten Microsoft bald in dessen Stammgeschäft an. Bis zum Jahresende will der PC-Hersteller Asustek kleine tragbare Computer, sogenannte Netbooks, entwickeln, die mit Googles Betriebssystem Android ausgerüstet sind. Dies kündigte der Chef der Asustek-Netbooksparte, Samson Hu, Ende vergangener Woche an. Google hatte das Betriebssystem ursprünglich für Handys entwickelt. Da das Programm als sogenannte Open-Source-Software frei verfügbar ist, können Unternehmen sowie Privatpersonen die Software jedoch nach ihren Wünschen anpassen. Asustek gilt mit seinen Eee-PC-Netbooks als Pionier in diesem Geschäft.

Das ist die bislang aggressivste Kampfansage des Suchmaschinenanbieters Google an den Softwaregiganten Microsoft. Zwar hat Google nicht direkt mit Asusteks Initiative zu tun, dürfte aber deutlich davon profitieren. "Die Entwicklung von Android wird zu einem Großteil von Google gesteuert. Es wird bei dem neuen Netbook-Betriebssystem die Tendenz geben, besonders Dienste von Google zu unterstützen", sagte Neil Mawston, Analyst bei dem Marktforscher Strategy Analytics. Die letzte technische Hürde ist beseitigt: Chiphersteller Freescale beseitigt teilte vergangene Woche mit, sein neuester Netbookprozessor unterstütze Android.

Microsofts Vormachtstellung ist gefährdet

Seit Langem befinden sich Microsoft und Google auf Kollisionskurs. Während Microsoft versucht, Geschäfte im Web auszuweiten und seit einiger Zeit auch ein Handybetriebssystem verkauft, drängt Google aus dem Web unter anderem in den Bereich von Büroprogrammen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation. Ein Markt, den bislang Microsoft mit seinem Office-Paket deutlich dominiert hatte.

Die etwa buchgroßen, meist preiswerten Netbooks gehören zu den wachstumsstärksten Produkten der PC-Branche. Angesichts der rasant steigenden Verkaufszahlen haben mittlerweile alle führenden Anbieter entsprechende Geräte im Programm. Im vierten Quartal wurden in der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika einschließt, 3,6 Millionen Geräte verkauft, berichtete das US-Marktforschungsunternehmen IDC. Das entspreche einem Fünftel aller abgesetzten tragbaren Computer in der Region. Für das laufende Jahr erwartet IDC ein "robustes zweistelliges Wachstum". In der Region EMEA entfallen rund 80 Prozent des Marktanteils auf Westeuropa.

Sollte Android künftig tatsächlich auf Millionen Kleincomputern installiert sein, wäre dies eine gute Basis, um die Nutzung von Google-Angeboten voranzutreiben und so mehr Werbung zu verkaufen. Dieses Kalkül hatte die Kalifornier bereits zum Einstieg in das Mobilfunkgeschäft bewogen. Mit Onlinewerbung erzielt Google immer noch über 90 Prozent seines Umsatzes. Die Erfolgschancen sind relativ hoch: Weil Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows Vista nicht auf Netbooks läuft, gefährdet der Boom dieser Geräte erstmals die Marktdominanz von Microsoft. Das öffnet die Tür für Open-Source-Lösungen wie bestimmte Linux-Varianten oder eben Android. "Bei den Einsteigermodellen muss Microsoft derzeit zusehen, wie ihnen Marktanteile abgenommen werden", bestätigte Mawston. Nicht zuletzt, um dieses Problem zu lösen, arbeitet Microsoft mit Hochdruck an der Einführung des Vista-Nachfolgers Windows 7. Der wird laut Microsoft auch auf Netbooks laufen.

Das erste Android-Handy G1 hatte T-Mobile im Februar in Deutschland auf den Markt gebracht. Hergestellt wird es vom HTC-Konzern aus Taiwan. Auch andere Handy-Produzenten arbeiten an Modellen. Experten erwarten, dass das Android-Betriebssystem mit der Zeit eine starke Position im Markt für internetfähige Mobiltelefone erobern wird.

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Von Arndt Ohler
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
kai249 (25.02.2009, 13:37 Uhr)
Lachhaft
@ Doc_D ich bin mir sicher, dass Du natürlich der einzige Experte bist. Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich, dass Du Menschen mit einer anderen Meinung als Trottel abstempeln kannst. Ich bin mir sicher, dass all diejenigen die Windows Mobile benutzen wollten nun aufatmen, da Du ihnen den "Segen" gegeben hast. Wenn wir Dich nicht hätten, wüssten wir nicht was wir nutzen sollten. Ach warte mal. Das wissen wir dank Deines Kommentares immer noch nicht. Jetzt aber fix noch eine Empfehlung abgegeben. Sonst müssen wir noch dumm sterben.
Soll doch jeder nutzen was er für richtig hält. Für mich ist's Windows Mobile. Für andere Android. Leb' damit.
Doc_D (24.02.2009, 17:45 Uhr)
Muss lachen
wenn ich lese, was für selbsternannte Experten hier predigen. Zum Beispiel heikom36: Leute die ihre eigenen Aussagen im Anschluss gleich nochmal bekräftigen müssen ("es wird kommen") klingen für mich wie Trottel. Und dann auch noch das völlig unbenutzbare Windows Mobile in den Himmel loben. Das verliert zwar immer mehr Marktanteile, aber macht ja nichts. Und wer es unbedingt verwenden will, bitte, lasst euch nicht abschrecken.
Neuseelaender (24.02.2009, 02:06 Uhr)
Paranoid
Ja ihr Deutschen seid wie ueblich ein wenig paranoid. Ich geniesse emails erst wieder seit Gmail (mit imap), und warum soll ich solch ein System auch nicht nutzen? Gmail auf Chrome ist IMHO bzgl. Anwenderfreundlichkeit und Uebersichtlichkeit nicht zu schlagen, und dank IMAP von ueberall nutzbar. Zudem erlaubt mir Gmail trotzdem wenn ich mag meine alte nicht-gmail-addresse zu benutzen als Absender, wenn das nicht kundenorientiert ist! Ich schau mir Android bestimmt an, warum auch nicht, es ist open source, und das bietet mir Sicherheit in jeder Hinsicht, die mir kein Microsoft-Produkt bieten kann!
gmathol (24.02.2009, 02:01 Uhr)
Konkurrenz belebt das Geschaeft.
Microsoft ist zu schwerfaellig geworden und im Spaghetti-Code seiner indisch/chinesischen Entwickler verfangen - Projecte wie Reactos zeigen das es auch anderes geht (natuerlich ohne indisch/chinesische Qualitaetsprogrammierer).
Nun gut das nun auch Google eine vermutlich kostenlose OS implementation anbietet. Das wird auch den gierigen Halbsabschneidern von Apple eine entsprechende Zurueckhaltung auferlegen.
Uebrigens kann man wenn man den unbedingt will auch das Mac OS/X auf beliebiger Hardware laufen lassen - VM oder sogenannte Player Software machen es moeglich.
Wer um die Datensicherheit besorgt ist, sollte sich mal ein einfaches Tool wie TCPVIEW herunterladen. Koennte sein das man dann feststellt das Mithoerer aufgefunden werden von denen man noch niemals was gehoert hat. MSN z. B. leitet Daten an Marketingservern in UK weiter. Wer sich vor Spionen fuerchtet sollte keine Adobe Software benutzen - Fileview zeigt z. B. Zugriffe auf Verzeichnisse an die Adobe ueberhaupt nichts angehen. Man kann diese Zugriffe sogar unterbinden ohne das z. B. Flash oder Acrobat abstuerzen, so fehlertolerant sind die naemlich programmiert. Bei Linux Benutzern wird die Spionage schon schwieriger. Entgegen allen Unkenrufen ist das MAC System nicht viel sicherer als ein XP oder VISTA welches alles Upgrades enthaelt. Auch Apple empfiehlt mittlerweile Virenscanner.
willi42 (24.02.2009, 01:36 Uhr)
Datenkrake
Ich bin vorsichtig und nutze Google nur als Suchmaschine. Diese Datenkrake durchschaut niemand, und ich werde ganz sicher sehr vorsichtig sein mit Software von Google. Einziger Lichtblick ist, Android ist open source - und wenn es sich auch mit Nicht-Google-Diensten benutzen lässt, werde ich es in Betracht ziehen. Bis dahin bleibe ich bei Mac und Linux
DasBertl (24.02.2009, 01:28 Uhr)
@madMUHHH
zumal es von den Lehman-Brothers auch mal geheißen hat "die können nicht Pleite gehen"... Oder GM oder oder oder oder oder oder oder.... Alles ist möglich. Ob Google allerdings die "bessere" Wahl ist... ich weiß nicht, irgendwie ist mir das bei beiden zu viel Marktmacht...
madMUHHH (23.02.2009, 22:39 Uhr)
Hmm
"Microsoft unangreifbar und schon gar nicht von Google?"
Da wär ich mir ja nicht so sicher, immerhin ist Microsoft ja auch inzwischen der "kleinere" von beiden.
heikom36 (23.02.2009, 22:18 Uhr)
Glaube ich nicht
Microsoft ist derzeit auf dem besten Weg Handy mit Windows Mobile durchzusetzen (es wird kommen), Apple hat immernoch eine kundenunfreundliche Firmenpolitik, Google hat den (gerechten) Ruf der Datenkrake.
Ich persönlich setze seit einiger Zeit auf Windows Mobile. Warum? Ganz einfach weil ich seit Jahren die Microsoft Produkte gewohnt bin und auch damit meine Brötchen verdiene. Ich bin Anwender, der ein gewohntes System sofort einsetzen will. Da ist die Vertrautheit ein absoluter Pluspunkt. Ob ich Microsoft mag? Nein, aber ich mag Apple und google noch weniger ;).
Linux als Alternative? Ja, vielleicht. Habe ich schon mehrmals getestet aber es erscheint mir immernoch nicht Massentauglich. Linux läuft bei mir auf einem Server wo es super Dienste leistet aber als Arbeitssystem halte ich es noch nicht für tauglich. Was nicht an Linux liegt, es liegt an den 10000e+92 verschiedenen Distributionen, die sich in der Summe gegenseitig mehr behindern als wie einen vernünftigen Durchbruch des Systems zu schaffen.
Aus diesem Grund denke ich wird Microsoft das Rennen weiterhin machen. Android - es kommt einfach zu spät ausserdem ist T-Online (als Anbieter des Android Handys) immernoch mehr an den Absatz des I-Phones interessiert und vermarktet es nur halbherzig.
gormiti (23.02.2009, 22:12 Uhr)
endlich
und wer Angst hat vor google sollte auch Nagst haben vorm Einwohnermeldeamt, vor den Millionen Kameras in unserem Land, seiner Bank, seinem Arbeitgeber, seinem Provider, der Bahn, seinem Supermarkt, seiner EC Karte...
Google kommt da erst ganz am Schluß.
chrgue (23.02.2009, 22:06 Uhr)
Quatsch!
Microsoft ist unangreifbar, und schon gar nicht von Google. Völliger Nonsens so einen Mist zu schreiben!
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