Microsoft reißt das Ruder herum

7. Mai 2013, 15:57 Uhr

Nach harscher Kritik von PC-Herstellern, Analysten und Anwendern wird Microsoft Windows 8 früher als erwartet überarbeitet. Die nächste Version Windows Blue soll noch in diesem Jahr kommen.

Windows 8, Microsoft, Windows Blue

Windows 8 macht nur auf Touchscreens richtig Spaß©

Nur sechs Monate nach dem Start seines neuen Betriebssystems Windows 8 hat Microsoft eine Nachfolgeversion angekündigt. Das Programm mit dem Codenamen Windows Blue solle einfacher zu bedienen sein und auch mit kleinen Tablet-Computern funktionieren, sagte Microsoft-Managerin Tami Reller. Die jetzige Version sei nicht perfekt und müsse überarbeitet werden. Windows Blue soll bis zum Ende des Jahres auf den Markt kommen. Weitere Einzelheiten sollen in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. Dabei wolle Microsoft auch Kundenwünsche berücksichtigen. Reller ging aber nicht direkt auf Medienberichte ein, wonach die nächste Version den "Start"-Knopf zurückbekommen könnte, den viele Nutzer vermissen.

Seit dem Start von Windows 8 vor einem halben Jahr hat der Konzern zwar 100 Millionen Programmlizenzen und damit etwa so viel wie bei der Einführung von Windows 7 verkauft. Doch obwohl es sich um das erste Microsoft-Betriebssystem handelt, das vor allem für Geräte mit berührungsempfindlichen Bildschirmen programmiert wurde, sind Anwender nicht begeistert. Auch konnte Microsoft den Platzhirschen Apple und Samsung bei Tablet-PCs keine Marktanteile wegnehmen.

Windows 7 war für Microsoft ein Erfolg, weil die Software das unbeliebte Windows Vista ablöste. Die aktuelle Version hat dagegen viele potenzielle Kunden wegen seiner ungewohnten Gestaltung abgeschreckt. Mit Windows 8 wollte Microsoft ein Betriebssystem schaffen, dass gleichermaßen auf klassischen PCs wie Notebooks und Desktop-Rechner, aber auch auf Tablet-Computern und Kombi-Geräten laufen kann. Deshalb wurde die Bedienung radikal verändert und stärker auf Touchscreen-Nutzung angepasst. Dafür gab es einige Kritik von PC-Nutzern und Experten. Windows-Managerin Reller sagte, die Probleme der Nutzer müssten ernst genommen werden. "Wir lehnen uns nicht zurück und sagen uns, dass sie sich schon daran gewöhnen werden."

PC-Verkäufe leiden

Die Marktforscher von IDC erklärten sogar, die Unzufriedenheit mit Windows 8 sei einer der Gründe für den bisher stärksten Einbruch des PC-Marktes. Der Absatz der Notebooks und Desktops war im ersten Quartal um fast 14 Prozent fallen. Der Markt für klassische Personal Computer schrumpft schon seit rund einem Jahr. Anwender halten sich zurück, weil sie mit dem Programm fremdeln. Es gibt auch noch nicht viele günstige Laptops mit Touchscreens, mit denen man das Potenzial der Software ausschöpfen könnte. Reller setzt auf neue Geräte wie von Lenovo, Asus und Hewlett-Packard noch in diesem Jahr. Zum Jahresbeginn 2013 hatten PC-Hersteller mit einem Minus von 14 Prozent den stärksten Absatzrückgang seit Beginn der Statistik verzeichnet. Gleichzeitig verzeichneten Tablets einen Zuwachs von 142 Prozent.

Mit der Markteinführung von Windows 8 hatte Microsoft auch eine Download-Plattform für Programme gestartet. In diesem Windows Store seien inzwischen 250 Millionen Apps heruntergeladen worden, sagte Reller. Insgesamt gebe es inzwischen 700 Millionen Konten von Nutzern, die sich für Microsoft-Dienste angemeldet haben. Allein das neue Webmail-Angebot Outlook.com, in dem der bekannte Dienst Hotmail aufging, kommt auf 400 Millionen Kunden.

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