Sicherheitsspezialisten beschimpfen Whatsapp

18. September 2012, 11:50 Uhr

Täglich werden mehr als eine Milliarde Nachrichten über den beliebten SMS-Ersatz Whatsapp verschickt. Doch die Nutzung birgt Gefahren: Experten haben gravierende Sicherheitsmängel entdeckt. Von Annika Graf

Whatsapp, SMS, Sicherheit, Lücke,

Whatsapp ist harter Kritik ausgesetzt

Der SMS-Dienst Whatsapp lässt sich mithilfe einfacher Mittel kapern. Das hat ein Test von Heise Security ergeben. Sobald die Smartphoneanwendung über ein öffentliches Wlan genutzt wird, bestehe das Risiko, dass Hacker den Account übernehmen. Diese könnten dann im Namen des Nutzers Nachrichten schicken und empfangen. Es gebe keine Möglichkeit, das Passwort noch einmal zu ändern und die Hacker dadurch auszusperren.

Bereits vergangene Woche waren Zweifel an der Sicherheit von Whatsapp aufgekommen. Der britische Webentwickler Sam Granger fand heraus, dass zur Anmeldung am Server der App ein Passwort verwendet wird, das beim Google-Betriebssystem Android aus der Seriennummer (IMEI) des Smartphones und bei iOS aus der MAC-Adresse der Wlan-Schnittstelle erzeugt wird.

Das ist mehr als unsicher: Die IMEI steht oft auf der Rückseite des Telefons oder lässt sich per Tastenkombination auslesen. Bei der MAC-Adresse ist es noch einfacher. Ist das Gerät in ein Wlan eingeloggt, ist sie für jeden in Reichweite des Funknetzes einsehbar. Darüber hinaus gebe es Hinweise, dass Whatsapp auch bei der Verschlüsselung der Nachrichten geschlampt hat, heißt es bei Heise Online. Die Autoren beziehen sich dabei auf eine anonym veröffentlichte Analyse. Für andere Experten, zum Beispiel vom Sicherheitsblog "Fileperms", steht bereits fest: "WhatsApp ist kaputt, wirklich kaputt". Harte Kritik gibt es auch an der Informationspolitik des Unternehmens. Whatsapp hat sich bisher nicht zu den Problemen geäußert.

Whatsapp ist eine der meistverkauften iPhone-Apps und läuft auch auf Android, Blackberry, Windows Phone und Nokia-Betriebssystemen. Wer sich den Messenger auf sein Handy lädt, kann anderen Whatsapp-Nutzern über das Web kostenlos SMS und Video- oder Audionachrichten schicken oder Gruppenchats führen. Der Dienst kommt ohne Werbung aus.

Schweigsame Gründer

Die beiden Gründer Brian Acton und Jan Koum lernten sich bei Yahoo kennen. Whatsapp-Chef Jan Koum verließ Yahoo im Jahr 2008 und entwickelte den Whatsapp Messenger. Dann holte er Brian Acton dazu. 2009 gründeten sie die Firma. Vor einem Jahr schoss Sequoia Capital rund 8 Mio. Dollar zu. Acton und Koum gelten als sehr öffentlichkeitsscheu.

Die Firma verdient Geld mit dem Verkauf der App und erzielt einen positiven Cashflow. Die Anwendung kostet fürs iPhone 0,99 Dollar. Für alle anderen Betriebssysteme ist sie gratis, Nutzer zahlen nach einem Jahr eine Jahresgebühr von 0,99 Dollar. Whatsapp vermarktet keine Nutzerdaten und verkauft keine Werbung. Die einzigen Daten, die Whatsapp sammelt, sind Telefonnummern, um Nutzer mit ihren Freunden verbinden zu können.

Lesen Sie auch bei unserem Partner pcwelt.de - Android-Sicherheit - so testen Sie Ihr Smartphone.

Übernommen aus ...

Übernommen aus ... ... dem Onlineangebot der "Financial Times Deutschland"

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
APP Hacker WhatsApp Yahoo
Digital
Ratgeber und Extras
iPhone 6: Die nächste Smartphone-Generation iPhone 6 Die nächste Smartphone-Generation
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von maily: Beschäftigung von Rentner

 

  von dorfdepp: Wird es in 20 Jahren noch LKW-Fahrer, Lokführer und Piloten geben?

 

  von bh_roth: Win 8.1 Energiesparen

 

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen