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Ratgeber Fitness - schwungvoll durchs Jahr

Trendsport mit Nebenwirkungen

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Entscheidend beim Yoga ist, ein Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen© Colourbox

Die Achtsamkeit mit sich, das Hineinhorchen ist ein zentraler Punkt beim Yoga. "Es geht nicht darum, nur bestimmte Bewegungen oder Übungen zu lernen, sondern darum, sich bewegen zu lernen", sagt Sportwissenschaftler Froböse. Gemeint ist: Belastungsgrenzen zu erspüren, eine Sensibilität für den eigenen Körper zu entwickeln und dem Körper nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig abzuverlangen - eine gewisse Reizschwelle sollte schon erreicht werden, wenn sich etwas verändern soll. Nur übertreiben sollte man es nicht.

Am Anfang sollten die Übungen daher nicht zu fordernd sein. Wie bei jeder Sportart braucht der Körper eine gewisse Zeit, bis er sich der neuen Belastung angepasst hat und mehr verträgt. "Unsere Strukturen, also die Bänder, Sehnen und Gelenke, haben einen unterschiedlichen Stoffwechsel, das heißt, sie reagieren unterschiedlich schnell auf eine neue Beanspruchung", erklärt Froböse. Muskeln reagieren am schnellsten, etwa nach vier Wochen. Bänder und Sehnen brauchen länger, etwa drei Monate. Erst dann kann man dem Körper mehr zumuten, die Belastung erhöhen.

Falscher Ehrgeiz und körpereigene Schwachstellen

Problematisch ist daher auch falscher Ehrgeiz, etwa wenn jemand einen Lotussitz oder einen Kopfstand unbedingt beherrschen will, ohne dass der Körper die notwendige Voraussetzung dafür hat, ihm also die nötige Kraft oder Gelenkigkeit fehlt, um diese Übung richtig ausführen zu können. So etwas schadet dem Körper langfristig. Um im Beispiel zu bleiben: Ein Lotussitz - dieser Schneidersitz, bei dem die Beine aussehen wie verknotet - erfordert gelenkige Hüften. Wer sich trotz steifer Hüften in die Haltung zwingt, obwohl er noch nicht so weit ist, bekommt irgendwann Probleme mit den Knien. Das lässt sich beliebig fortsetzen.

Hinzu kommt, dass jeder Körper seine eigenen Schwachstellen hat. Das ist bei dem einen die Hals- oder Lendenwirbelsäule, beim anderen sind es die Kniegelenke oder Schultern. Diese Schwachstellen muss der Lehrer kennen, daher fragen gute Lehrkräfte neue Schüler immer nach Vorerkrankungen, Verletzungen oder Operationen. Der Hintergrund ist folgender: Einige Körperhaltungen (Asanas) kann man bei bestimmten Verletzungen nicht ausüben, Betroffene bekommen dann ein alternatives Asana oder üben, wie beim Iyengar-Yoga, mit Hilfsmitteln wie Klötzen, Stühlen oder Wandseilen besonders präzise, damit der Körper sich regeneriert.

Um Verletzungen zu vermeiden, braucht es immer ein Korrektiv von außen, das kann niemand alleine leisten. "Beim Iyengar-Yoga demonstrieren wir Lehrer die Haltung und gehen mit den Schülern gemeinsam hinein. Wir beobachten und instruieren gleichzeitig. Dann kommen wir aus dem Asana, damit wir die Gruppe besser sehen können, und korrigieren erst einmal verbal, damit die Teilnehmer sich bewusst und aktiv verbessern können", sagt Pagel. "Wenn das nicht ausreicht, muss man, wo nötig, den Schüler achtsam dort berühren, wo der Körper sich noch nicht bewegt."

Entscheidend ist die Qualifikation

Dafür muss die Lehrkraft aber wissen, was sie tut. Die Qualität eines Kurses steht und fällt daher mit ihrer Qualifikation. Problematisch hierbei ist, dass es in Deutschland keine einheitliche Ausbildung gibt. Im Grunde darf sich jeder Yogalehrer nennen, egal, ob er seine Kenntnisse in wenigen Wochenendkursen erworben oder ob er eine dreijährige Ausbildung absolviert hat, in der auch großer Wert auf fundierte Kenntnisse in Anatomie und Physiologie gelegt wird. Seriöse Schulen verlangen von Lehreranwärtern zudem, dass sie vor Beginn der Ausbildung eine mindestens zwei- bis dreijährige eigene Übungspraxis unter Anleitung vorweisen können. Das ist wichtig, weil man nur das an andere weitergeben kann, was man am eigenen Körper erfahren hat.

Interessierte können sich an den BDY wenden. Der Verband hat einige Kriterien aufgestellt, die eine qualifizierte Lehrkraft erfüllen sollte (siehe Kasten). Ähnlich strenge Anforderungen hat auch die Iyengar Yoga Vereinigung.

Nachfragen ist also erwünscht: Ein guter Lehrer sollte im Vorfeld bereitwillig Auskunft über seine Ausbildung geben - wer sich ziert, hat vermutlich keine entsprechende Qualifikation. Der kann einem im Zweifel dann auch nichts beibringen. Jedenfalls nichts, was ernsthafte Rücken- oder Gelenkschmerzen lindern soll.

Mehr zum Thema Yoga und Yogaschüler finden Sie bei Womenshealth.de und Shape.de

Adressen und Links Berufsverband der Yoga-Lehrenden in Deutschland (BDY)
Bürgerstraße 44
37073 Göttingen
Tel.: 0551/79 77 44-0
Fax: 0551/79 77 44-66
E-Mail: info@yoga.de
Internet: www.yoga.de

Iyengar Yoga Vereinigung Deutschland
Pappelallee 24
10437 Berlin
Tel.: 030/ 54 71 40 30/-31 Fax: 030/ 54 71 40 32 E-Mail: info@iyengar-yoga-deutschland.de
Internet: www.iyengar-yoga-deutschland.de

Beide Verbände haben auf ihrer Website ein eigenes Adressverzeichnis und ermöglichen eine Suche nach geeigneten Lehrern in der eigenen Umgebung.

Von Sonja Popovic
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