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Schadstoffschock für Heimsportler

Zuhause strampeln für die Fitness und gegen die Pfunde. Das geht mit einem Ergometer, doch die Sportgeräte sind häufig mit bedenklichen Chemikalien belastet.

Der Ergometer Kettler E3 wurde mit gut bewertet.

Der Ergometer Kettler E3 wurde mit gut bewertet.

Unter dem Titel "Strampeln für die Fitness" hat die Stiftung Warentest Ergometer unter die Lupe genommen - darunter auch zwei Liegeräder. Von den Trainingsmöglichkeiten her gesehen, waren die Tester von fast allen Modellen begeistert. Es hagelte aber dennoch reihenweise Abwertungen wegen verbotener Weichmacher und Chemikalien in den Griffen. Die betroffenen Geräte erhielten je nach Art der Chemikalien ein "Mangelhaft" oder wurden abgewertet. Das Trainieren selbst wurde bei allen Geräten mit "gut" bewertet, mit Ausnahme des "Intersport/Energetics Ergometer ct 950hx", der in dieser Disziplin lediglich ein "Vefriedigend" erreichte.

Ergometer von gut bis mangelhaft
Finnlo Exum III

Der Testsieger. Urteil: gut. Preis: 485 Euro

Kettler E3

Der Zweitplatzierte. Urteil: gut. Preis: 700 Euro

Intersport/Energetics ct 950hx

Das schlechteste Gerät im Test. Preis: 460 Euro.

Kettler RE 7

Liegeergometer mit sehr guter Bewertung. Der Preis liegt allerdings bei 1500 Euro.

K.O.-Kriterium Schadstoffbelastung

Für Konsumenten, denen ein schadstofffreies Gerät wichtig ist, trennt der Test die Spreu vom Weizen. Alle guten Geräte sind schadstofffrei. Kunden, die Informationen zu Haltbarkeit und Training suchen, stellen allerdings ratlos fest, dass fast alle Geräte im Test "gut" sein sollen. Mit der Wahrnehmung in der Praxis deckt sich das Ergebnis nicht. Wenn Ergometer regelmäßig und vor allem von schweren Personen benutzt werden, stellen sich mit der Zeit häufig Probleme ein. Typische Defekte wären: Das Rad dreht nicht mehr sauber und die Konstruktionen neigen zum Knarzen. Im Test tauchen diese Probleme nicht auf, weil leider auf eine Belastungsprüfung verzichtet wurde. Über Robustheit und Langlebigkeit der Geräte sagt die Testnote daher nichts.

Wie üblich legt die Stiftung dagegen viel Wert auf eine verständliche Bedienungsanleitung und die Exaktheit, mit der die Belastung vom Gerät angezeigt wurde. Die messgenaue Übereinstimmung von Anzeige und tatsächlichen Kräften ist vor allem bei einem "ärztlich überwachten Training" wichtig, wie die Tester anmerken.

Für Radsportler ungeeignet

Wichtig zum Verständnis ist, dass ausschließlich Ergometer geprüft werden, die man nicht mit den sportlicheren Spinninggeräten verwechseln sollte. Ergometer dienen nicht zum Training für Radsportler, sie sind vor allem bei älteren Leuten beliebt, um ein leichtes Cardio-Training zu absolvieren. Auch als Hilfe beim Abnehmen werden sie gekauft. Für sportliche Personen sind Ergometer eher ungeeignet, weil man in eine aufrechte Sitzhaltung gezwungen wird, die Pedale nicht für Radschuhe geeignet sind und die breiten Sättel nicht für hohe Trittfolgen gedacht sind.

Heimsportlern, die unter Übergewicht oder Rückenschmerzen leiden, empfehlen die Warentester eines der beiden Liegeergometer - auf ihnen kann man in bequemer Sesselhaltung strampeln.

Den kompletten Test finden Sie gegen Gebühr auf www.test.de

Gernot Kramper