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Ratgeber Haut

Was der Arzt alles wissen will

Kommen Sie mit Beschwerden oder auffälligen Stellen zum Hautarzt, wird der Ihnen zuerst eine Menge Fragen stellen. Dieses Erstgespräch heißt Anamnese. So will der Arzt herausfinden, um welche Hautkrankheit es sich handeln könnte und welche Ursachen sie wahrscheinlich hat.

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Der Arzt wird sie erst einmal fragen, wann und wo die Hautveränderungen aufgetreten sind.© Colourbox

In dem Gespräch erkundigt sich der Arzt, wann und wo die Hautveränderungen aufgetreten sind und wie sie sich bisher entwickelt haben. Er fragt, ob die Stellen jucken, schmerzen oder brennen oder ob Sie Fieber haben.

Außerdem will der Arzt wissen, ob Sie vielleicht an Krankheiten leiden oder früher gelitten haben. Dabei sind nicht nur Erkrankungen der Haut interessant. Auch andere Störungen können Hautprobleme verursachen, zum Beispiel Diabetes oder Leberschäden. Bestimmte Medikamente können ebenfalls die Haut verändern.

Da die Veranlagung für viele Hautkrankheiten vererbt wird, fragt die Ärztin auch nach den gesundheitlichen Problemen anderer Familienmitglieder. Hat Ihre Mutter vielleicht Neurodermitis oder Ihr Bruder eine Schuppenflechte? Falls ja, ist es wahrscheinlich, dass Sie ebenfalls solche Probleme bekommen.

Womöglich wird die Ärztin auch nach Ihrem psychischen Befinden und Ihren Lebensumständen fragen. Das mag Ihnen zu persönlich erscheinen, aber die Seele kann auch eine Rolle bei Hautkrankheiten spielen. So kann Stress zum Beispiel einen Neurodermitis-Schub auslösen, ein Urlaub kann Hautprobleme hingegen verschwinden lassen.

Expertenmeinung Thomas Diepgen, ärztlicher Direktor der Abteilung klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie des Universitätsklinikums Heidelberg:

Das ärztliche Gespräch ist unverzichtbar, um Hauterscheinungen einzuordnen und um innere Ursachen abzuklären. Auch die Familienanamnese ist wichtig, selbst wenn die Ursachen für Hauterkrankungen in der Regel vielfältig sind. Bei Verdacht auf Allergien müssen die beruflichen Umstände ausführlich besprochen werden, zum Beispiel wenn jemand einen Risikoberuf wie Friseur ausübt oder in der Pflege tätig ist. Auch die Ernährungsgewohnheiten und die Einnahme von Medikamenten müssen thematisiert werden. Falls nötig, führt der Hautarzt Allergietests durch.

Das erste Gespräch über Hautveränderungen führen Patienten übrigens oft mit dem Hausarzt: Praktische Ärzte haben viel mit Hautproblemen zu tun. Eine genaue Diagnose können aber in der Regel nur Dermatologen stellen.

Maren Wernecke
 
 
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