Schürfwunden sind klassische Spiel-und-Sport-Verletzungen, also oberflächliche Schäden, die beim Toben und Rangeln schnell mal entstehen können. Wenn Ihr Kind zum Beispiel bei einem Wettrennen mit dem Arm oder Bein an einer rauen Wand entlang streift, wird an den entsprechenden Stellen die oberste Hautschicht, auch Epidermisgenannt, weggerissen und viele kleine punktförmige Blutungen entstehen.
Die untersten Zellen der Oberhaut, die Basalzellen, bleiben dabei meist unversehrt. Sie sind für die ständige Regeneration der Haut zuständig und sorgen bei der Schürfwunde für ein narbenloses Abheilen. Wenn Sie jedoch ausrutschen oder mit so viel Schwung fallen, dass Sie ein Stück am Boden entlangschleifen, kann eine Schürf-Platzwunde entstehen. Das heißt, die Haut platzt an der Stelle der größten Gewalteinwirkung spaltartig auf.
Schürfwunden tun sehr weh, sehen aber meist schlimmer aus, als sie sind. Obwohl sie nur oberflächlich sind, können sie stark bluten. Das ist aber gut so, denn dadurch werden auf natürlich Weise viele Keime ausgespült. Wenn Sie unsicher sind, wie tief die Wunde ist, tupfen Sie das Blut einfach vorsichtig mit keimfreiem Verbandmaterial ab. Bildet es sich anschließend nicht flächig, sondern nur punktweise neu, betrifft die Wunde allein die obere Hautschicht und lässt sich schnell selbst behandeln.
Entfernen Sie leichte Verschmutzungen vorsichtig mit einem sterilen Tupfer. Den können Sie zum Beispiel aus einer Kompresse formen. Desinfizieren Sie die Wunde und lassen Sie sie dann an der Luft trocknen. So genannte Hydrokolloidpflaster oder Alginat-Pflaster mit Algenextrakten nehmen die Flüssigkeiten der Wunde auf, trocknen sie aber nicht aus und sind zudem ideal, wenn über die verletzte Stelle wieder ein Kleidungsstück muss. Sie schützen die Schürfwunde vor Keimen und verhindern, dass sie am Hosenbein oder Ärmel festklebt.
Wichtig: Wenn eine Schürfung stark blutet, gehen Sie lieber zum Arzt. Die Wunde könnte in der Tiefe aufgerissen oder aufgeplatzt sein und muss genäht werden. Manche Abschürfungen an Beinen oder Knien, zum Beispiel nach Fahrrad- oder Mopedstürzen, sind so groß und schmerzhaft, dass der Betroffene kaum laufen kann. Sind zwei Helfer zur Stelle, bietet sich in diesen Fällen ein so genannter Tragring an.