Zeigt sich zum Beispiel auf Ihrem Rücken ein rotes Band mit kleinen Bläschen, erkennt Ihr Arzt die Krankheit meist auf den ersten Blick. Trotzdem wird er Sie fragen, an welchen weiteren Beschwerden Sie leiden und wann diese aufgetreten sind. Denn er möchte sicherstellen, dass er die Gürtelrose mit keiner anderen Krankheit verwechselt.
Ist die Gürtelrose in einem frühen Stadium und die Haut noch nicht gerötet, ist es allerdings schwierig, die Viruskrankheit eindeutig auszumachen. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass Ärzte Fehldiagnosen stellen. Tut Ihnen zum Beispiel die Brust weh, liegt der Verdacht nahe, dass Sie kurz vor einem Herzinfarkt stehen.
Es gibt verschiedene Labortests, um das Virus nachzuweisen. Üblich sind vor allem drei Methoden: Ihre Ärztin nimmt Ihnen Blut ab und schickt die Probe ins Labor. Dort bestimmen Laboranten die Anzahl der Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus, die sich in Ihrer Blutprobe finden lassen. Ist ihre Menge hoch, ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie eine Gürtelrose haben: Ihr Immunsystem versucht gerade, den Erreger in Schach zu halten.
Ihre Ärztin kann aber auch einen Abstrich von Ihren frischen Bläschen machen, den Laboranten dann auf eine Zellkultur übertragen. Lassen sich darin die Viren heranzüchten, ist der Beweis erbracht: Sie haben eine Gürtelrose.
Mit dem dritten Verfahren können Spezialisten den Windpockenerreger direkt in einem Abstrich aufspüren. Dabei wenden sie die sogenannte PCR-Methode (Polymerase-Ketten-Reaktion) an, mit deren Hilfe sich kurze Schnipsel des Erbguts vervielfältigen lassen. Dadurch reichen selbst kleinste Mengen der Viren aus, um den Erreger nachzuweisen. Die PCR-Methode gilt heute als das sicherste Verfahren - sie erkennt die Krankheit zu 94 Prozent. Im Vergleich dazu ist es aufwendig und mühsam, die Viren in einer Zellkultur anzuzüchten. Laboranten gelingt das nur bei jedem fünften Abstrich von Herpes-Zoster-Bläschen.
Erkennt Ihr Hautarzt die Gürtelrose auf den ersten Blick, ist ein Labortest überflüssig. Ist Ihr Immunsystem aber geschwächt oder haben Sie starke Ekzeme auf der Haut, sind die Krankheitszeichen nicht eindeutig. Auch bei Schwangeren oder Neugeborenen, die noch an einer weiteren Viruskrankheit leiden, können sich uncharakteristische Symptome zeigen. In solchen Fällen sollte Ihr Arzt unbedingt einen Test machen, um alle Zweifel auszuräumen und seine Diagnose abzusichern.