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Geschnitten, geschürft, geprellt

Bisswunden

Geschätzte 50.000 Mal im Jahr wird in Deutschland ein Mensch gebissen. Meist sind Hunde die Übeltäter. Sie haben es nicht nur auf den Postboten abgesehen, sondern beißen manchmal auch die Hand, die sie füttert. Vor allem Kleinkinder überschreiten beim Spielen schnell mal die Toleranzgrenze des Tiers. Es fühlt sich angegriffen und wehrt sich.

Seltener, aber besonders gefürchtet sind Katzenbisse. Die spitzen Zähne dringen bis in den Fingerknochen. Die kleine Punktionsverletzung kann sich infizieren – schwer zu behandelnde Knochen- und Gelenkentzündungen sind mitunter die Folge.

Generell gilt: Alle Bissverletzungen, ob groß oder winzig klein, können gefährlich werden. Und nicht immer sind die Tiere schuld. Auch wir Menschen haben prinzipiell ein böses Mundwerk. Denn unser Speichel ist normalerweise noch riskanter als der von Hund, Katze und Co. Menschliche Spucke enthält unter anderem antibiotikaresistente Bakterien, die die Behandlung von Entzündungen erschweren.

Nähen oder nicht?

Bei tiefen Bissen – egal von wem – sind auch Nerven, Sehnen, Bindegewebe und Muskeln gefährdet. Suchen Sie daher bei jeder Bisswunde, die über einen oberflächlichen Kratzer hinausgeht, die Ärztin auf. Das gilt ebenfalls, wenn Sie unsicher sind, wie tief die Verletzung ist. Oder Sie nicht einschätzen können, ob sich die Stelle entzündet hat.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ihr Immunsystem durch eine Krankheit oder Medikamente ohnehin geschwächt ist. Die Ärztin wird die Bissstelle spülen, gegebenenfalls abgestorbenes Gewebe entfernen und die Wundränder begradigen. Ob Bisse gleich genäht werden sollten oder ob es besser ist abzuwarten, darüber diskutieren die Experten derzeit noch. Wenn jedoch schon beim Arztbesuch Zeichen einer Entzündung sichtbar sind, wird die Wunde in jedem Fall erst einmal offen gelassen.

Seit Frühjahr 2008 gilt Deutschland offiziell als tollwutfrei. Wenn Sie von einem Wildtier gebissen wurden oder von einem Haustier, das sich ungewöhnlich verhält, gehen Sie trotzdem lieber zum Arzt. Beißt Sie im Urlaub, zum Beispiel in Asien, ein Wild- oder Haustier, gilt die höchste Alarmstufe. Denn ist die Tollwut erst mal ausgebrochen, verläuft sie immer tödlich. Eine sofortige Impfung kann den Ausbruch aber verhindern.

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