Alles, was in und unter die Haut geht, ist im Prinzip ein Fremdkörper, der in unserem Organismus nichts zu suchen hat und ihn unter Umständen sogar schwer schädigt. Schon die Steinchen, die sich bei einem Sturz auf dem Asphalt in die Schürfwunde reiben, sind Fremdkörper, und auch beim Holzschleifen können kleinste Splitter die Haut verwunden. Gerade Fremdkörper-Verletzungen, die kaum bluten oder nur ein wenig ziepen, werden oft unterschätzt und sind keineswegs immer so harmlos, wie sie aussehen.
Wenn ein größerer Gegenstand – zum Beispiel ein Messer – sich wie ein Pfahl in die Haut und das darunter liegende Gewebe bohrt, sprechen Ärzte von einer Pfählung, einer Sonderform der Schnittverletzung. Pfählungsunfälle passieren oft im Kindesalter, wenn die Kleinen beim Klettern abrutschen und auf einen spitzen Ast oder einen Zaun fallen. Die Spitze des so genannten Pfahls schneidet tief in die Haut und verletzt dabei oft lebenswichtige Organe und Blutgefäße.
Bei Pfählungsverletzungen gibt’s nur eins: Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112. Lassen Sie den Gegenstand in der Wunde, egal, ob es eine Stricknadel, ein Zirkel, ein Dolch oder eine Zaunspitze ist. Er könnte in einem Blutgefäß oder in einem gut durchbluteten Organ wie Milz oder Leber stecken und die Wunde so wie ein Pfropf verschließen. Würden Sie das Objekt nun herausziehen, käme es neben der Gewebsverletzung auch zu starken Blutungen ins Körperinnere und nach außen. Für den Verletzten kann dieser Blutverlust dann lebensgefährlich sein.