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3. März 2009, 14:11 Uhr

"Wallander" feiert überraschendes Comeback

Kommissar Wallander gehört zu den bekanntesten Romanfiguren der Welt, die Bücher werden in 40 Ländern gelesen. Dennoch wollte Henning Mankell nie wieder einen Kriminalroman über seinen kauzigen Kommissar schreiben. Jetzt machte der schwedische Autor einen überraschenden Rückzieher.

Henning Mankell, Kommissar Wallander, Krimi

Zur Verleihung des Europäischen Krimipreises "Ripper Award" war der schwedische Krimiautor Henning Mankell extra ins westfälische Unna gekommen© Philipp Guelland/DDP

Henning Mankell arbeitet wieder an einem Roman mit dem eigenbrötlerischen Kommissar Kurt Wallander. Dies gab der schwedische Krimiautor in Unna/Westfalen bekannt. Das neue Buch solle 2010 auf Deutsch erscheinen, sagte Mankell. Die Ankündigung überrascht, da der Schriftsteller vor ein paar Jahren angekündigt hatte, nie wieder einen Roman um den eigenbrötlerischen Kommissar zu schreiben. Dieses Buch werde aber definitiv der letzte "Wallander" sein, betonte der Autor. Einen schwedischen Arbeitstitel für den neuen Roman gebe es bereits, sagte seine deutsche Lektorin Tatjana Michaelis vom Zsolnay Verlag. Die Wallander-Romane sind in 40 Ländern veröffentlicht worden. Der bislang letzte Krimi "Wallanders erster Fall" war auf Deutsch 2002 erschienen.

Für seine "außerordentlichen Verdienste" um die europäische Krimiliteratur erhielt Mankell in Unna den erstmals verliehenen "Europäischen Preis für Kriminalliteratur". Er ist mit 11.111 Euro dotiert. Mankell kündigte an, mit einem Teil des Geldes die Alphabetisierung in seiner Wahlheimat Mosambik unterstützen zu wollen. Es sei eine Schande, dass Millionen von Kindern auf der Welt nicht lesen und schreiben könnten. Mankell war im vergangenen Jahr von rund 10.000 Krimilesern im Rahmen des Krimifestivals "Mord am Hellweg" zum ersten Preisträger gewählt worden. Der Preis soll künftig alle zwei Jahre ausgeschrieben werden.

Mankell verriet, wie er 1989, als er die Figur "Kurt Wallander" erfand, auf den Namen kam. Er habe sich einen schön klingenden Namen aus dem Telefonbuch von Malmö gesucht und dazu dann einen kurzen Vornamen. Auf die Diabetes-Erkrankung, unter der Wallander später leidet, sei er mit Hilfe einer befreundeten Ärztin gekommen. Diese habe ihm mit Hinweis auf den den ungesunden Lebenswandel des Antihelden zu der Stoffwechselerkrankung geraten.

Doch nicht nur Wallander treibt Mankell gerade um. "Ich arbeite auch an einem Theaterstück über Charles Darwin", sagte er. Darüber hinaus plant er eine weitere Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Axel Milberg (Kiel-"Tatort"), der bereits mehrere Mankell-Romane als Hörbücher eingespielt hat. Auf Milbergs Bitte schrieb Mankell außerdem zwei Geschichten für die ARD-Krimireihe "Tatort", die im kommenden Jahr in Kiel und Schweden gedreht werden sollen.

che/DPA

 
 
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