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21. August 2005, 13:41 Uhr

Asche in den Wind geschossen

Mit einem großen Knall und Feuerwerk ist die Asche des großen amerikanischen Journalisten und Autors Hunter S. Thompson in alle Winde verstreut worden. Die Asche war in 34 Feuerwerkskörper verpackt.

Hunter S. Thompson trat mit einem bunten Knall ab© Rick Wilking/Reuters

Sie wurden aus einer 47 Meter hohen Kanone - rund einen halben Meter höher als die Freiheitsstatue in New York - in den Abendhimmel geschossen. An der bizarren Trauerfeier auf der Familienfarm in Woody Creeks (Colorado) nahmen am Samstagabend rund 250 geladene Gäste teil.

Der Schauspieler Johnny Depp, der rund 2,5 Millionen Dollar (zwei Millionen Euro) für den letzten Willen seines Freundes bezahlte, habe bei der Explosion der roten, weißen und blauen Feuerwerkskörper sein Champagnerglas in Richtung Abendhimmel gehoben und Thompson zugeprostet, berichtete die "Aspen Daily News" am Sonntag. Thompson hatte sich am Alter von 67 Jahren am 20. Februar während eines Telefonats mit seiner Frau mit einem Schuss in den Mund das Leben genommen. Schon zu Lebzeiten hatte er darauf gepocht, dass seine Asche aus einer Kanone in den Himmel geschossen wird.

Der Meister des "Gonzo"-Journalismus, Hunter S. Thompson© Ed Kosmicki/DPA

Das Modell für die Kanone entwarf Thompsons Freund, der britische Karikaturist Ralph Steadman, bereits 1977. Die Kanone hat die Form einer geballten Faust mit zwei Daumen links und rechts. Die Faust war das langjährige Markenzeichen Thompsons. Der Sport- und Politikreporter revolutionierte den amerikanischen Journalismus und gehörte seit Beginn der 70er Jahre zu den radikalsten Vertretern des so genannten "New Journalism".

Mit einer unter schwerem Alkoholeinfluss geschriebenen, aberwitzigen Reportage über das berühmteste Pferderennen in den USA, das Kentucky Derby", wurde Thompson 1970 über Nacht der Begründer des so genannten "Gonzo"-Journalismus. In diesen subjektiven Reportagen ohne feste Regeln werden eigene Erlebnisse mit Analysen, fiktiven Geschehnissen, einer gehörigen Portion Sarkasmus sowie Drogen- und Alkoholvisionen vermengt. Der Journalist übt keine Distanz, sondern ist selbst Teil des Ereignisses und wie im Falle Thompsons oft sogar wichtiger als das Geschehen selbst.

Zu international bekanntesten Büchern Thompsons gehören die "Hell’s Angels" (1966) sowie sein Buch über die Jagd nach dem amerikanischen Traum, "Angst und Schrecken in Las Vegas" (1971). In deren Filmadaption spielte Johnny Depp 1998 die Hauptrolle und wurde ein enger Freund des Schriftstellers.

DPA

 
 
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