. .
Film, Kino, DVD
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
6. März 2010, 11:16 Uhr

Vom Karriere-Nirwana auf den Show-Olymp

Seine Karriere schien eigentlich schon vorbei zu sein. Doch seit seiner Rolle in der Erfolgsserie "30 Rock" ist Alec Baldwin wieder extrem angesagt. Jetzt darf er die Oscar-Verleihung moderieren. Von Ulrike von Bülow, New York

Oscar, Oscar-Verleihung, Oscar 2010, Alec Baldwin, Kim Basinger, 30 Rock

Alec Baldwin ist derzeit so angesagt, dass er am Sonntag die Oscar-Verleihung moderieren darf© AP

Es ist noch nicht lange her, da schien Alec Baldwin ein Mann von gestern zu sein. Einer, der vielleicht in den Klatschspalten auftauchte, als Ex-Gatte von Kim Basinger, mit der Mr. Baldwin eine Tochter hat, Ireland, der er dann aber auf dem Anrufbeantworter brüllte, sie sei ein "ungezogenes kleines Schwein", was Mr. Baldwin den Ruf einbrachte, ein großer Rabenvater zu sein: Die Aufnahme landete vor drei Jahren im Internet, und damals hatte kaum noch jemand auf dem Schirm, dass Alec Baldwin einmal als Schauspieler berühmt geworden war. Heute ist das ein bisschen anders.

Alec Baldwin wird am kommenden Sonntag die Oscar-Verleihung moderieren, denn "Baldwin is hot", wie die "New York Times" schreibt, er ist heiß: Halb Amerika kniet derzeit vor ihm nieder, weil er "so lustig sein kann, ohne sich dafür großartig verbiegen zu müssen" ("Washington Post"). Nie war Mr. Baldwin so erfolgreich wie heute, und das ist auch deshalb erstaunlich, weil er mit 51 Jahren in einem Alter ist, in dem Hollywood-Akteure sich eher in einer Art Karriere-Wildnis befinden: Für den heißen Tiger sind sie nicht mehr jung genug. Sie sind aber auch noch nicht alt genug, um schon als grauer Kauz verehrt zu werden. Anders Alec Baldwin, der ist hip und wird verehrt, ein Typ mit Doppelkinn und Kugelbäuchlein, das er zurzeit im Kino vorführt: In dem Film "Wenn Liebe so einfach wäre", in dem Baldwin an der Seite von Meryl Streep zu sehen ist, zeigt er sich ziemlich nackt und sehr komisch.

Mit "30 Rock" kam der Erfolg

Er ist jetzt ein "leading man", einer für die großen Hauptrollen, und Schuld daran ist eine Fernsehserie, die ganz klein begann: "30 Rock". "Ich wollte niemals in einer TV-Show mitspielen, niemals!", sagt Baldwin heute. Aber dann habe er den Piloten gedreht "und da habe ich gemerkt: Das macht Spaß!" Die Serie spielt in New York City, Baldwins Heimat. Es geht um eine fiktive Comedy-Show. Die Leiterin des Autorenteams wird von Tina Fey gespielt, Amerikas Lieblingskomödiantin. Baldwin gibt Jack Donaghy, den Oberboss, der andauernd ins Show-Geschehen hineinfunkt. Anfangs lief die Serie in den USA nicht besonders gut, doch dann hagelte es Preise, und bald stimmten auch die Quoten.

Baldwin ist hinreißend in "30 Rock", er hat für seinen Part zwei Emmys und drei Golden Globes gewonnen, den dritten vor ein paar Wochen, und er sagt, er habe durch die Arbeit fürs Fernsehen viel gelernt: "Spiel einfach die Szene, und wenn sie lustig ist, sei lustig, aber versuche nicht lange, lustig zu sein."

Baldwin hat seine Nische gefunden

Diese Einstellung hat Baldwin nun ins Kino transportiert, eben in "Wenn Liebe so einfach wäre", eine romantische Komödie, "die ich lieber gesehen als gedreht hätte", wie er sagt. "Wie peinlich der Film für mich werden würde, das habe ich erst gemerkt, als man mir am Set ein paar Haare vom Körper rasierte und mich mit Bräunungsspray bearbeitete", sagt Baldwin. Baldwin muss ein ums andere Mal die Hosen herunter lassen, und besonders sexy sieht er dabei nicht aus. Aber das ist jetzt auch nicht mehr seine Rolle: Er gehört jetzt in die Kategorie "netter Herr in den Fünfzigern, der seine Schwächen kennt und prächtig über sie lachen kann" - da hat Alec Baldwin eine Nische gefunden, die momentan niemand so gut besetzt wie er. Es scheint, als sei er jetzt angekommen, beruflich, aber auch privat.

Baldwin macht jedenfalls einen ziemlich entspannten Eindruck, anders als früher, als er durch seine Karriere irrte wie ein Geiger, der in Jazz-Clubs, im Orchester und in U-Bahn-Haltestellen auftritt: Baldwin drehte mal ein Horror-Filmchen ("Beetlejuice"), dann ein leichtes Komödchen ("Die Mafiosi-Braut"), mal gab er den Action-Helden ("Jagd auf Roter Oktober"), dann war ihm plötzlich nach Broadway und er widmete sich dem Theater. Er heiratete die Kollegin Kim Basinger, eine der schönsten Frauen Hollywoods, doch nach neun Jahren Ehe kam es zu einem unschönen Drama: Baldwin und Basinger ließen sich 2002 scheiden, und dann stritten sie furchtbar um das Sorgerecht für Tochter Ireland. Bis Baldwin vor drei Jahren aufgab: Damals sagte er, er sei mit seiner Kraft am Ende. Doch heute sieht in seinem Leben alles nach einem Happy End aus.

Inzwischen hat Ireland, heute 14, ihrem Vater das "ungezogene kleine Schwein" verziehen. Und es gibt eine neue Frau an Baldwins Seite, die Anwältin Nicole Seidel, die vermutlich vor Ort ist, wenn Baldwin am Sonntag bei der Oscar-Verleihung durch den Abend führt, gemeinsam mit Steve Martin. Baldwin sieht dem gelassen entgegen: "Wenn man sich das genau anschaut, sind es vielleicht 30 bis 35 Minuten, die wir zusammen füllen. Der Rest ist Werbung und Preisvergabe. Und ich bin dankbar, dass Steve dabei ist. Schließlich soll es lustig werden." Als könne er das nicht auch allein hinbekommen.

stern.de berichtet in der Oscar-Nacht live von der Preisvergabe

Von Ulrike von Bülow, New York
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Preston (07.03.2010, 07:41 Uhr)
"Ich wollte nie in einer TV-Show mitspielen..." hört sich gut an
ist aber völlig irreführend. Tatsache ist, daß Alec Baldwin vor "30 Rock" schon in einer der berühmtesten TV-Shows der Geschichte mitspielte - und zwar in "Friends" (2002), für zwei Episoden.
Danach wurde er für die Sitcom "Will and Grace" 2005 sogar für den Emmy nominiert - nachdem er 2000 schon eine Nominierung für "The Nuremberg Trials" erhielt (eine Mini-Serie über die Nürnberger Prozesse).
Alec Baldwin ist also schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreicher TV-Schauspieler. Nur weil der Autor kein amerikanisches Fernsehen schaut, ist der Mann nicht am Ende, ganz im Gegenteil. In "30 Rock" ist er einfach genial, dagegen wirkt "Stromberg" wie der verarmte Cousin, der uns früher aus der DDR besuchen kam.
laketahoe (06.03.2010, 21:02 Uhr)
@chatahootchee Ich dachte, Stutenbissigkeit ist weiblich....
Was ist denn mit Ihnen los?

Man muss Alec Baldwin ja nicht mögen, ich bin auch kein eingefleischter Fan, würde ihm aber weder Bekanntheit noch Können absprechen.

Glauben Sie allen ernstes, die Academy engagiert abgehalfterte Nichtskönner als Moderatoren oder Co-Moderatoren für die Oscars?

hiro42 (06.03.2010, 20:31 Uhr)
30 Rock
30 Rock ist wirklich grossartig und Baldwin/Fey sind extrem unterhaltsam. Warum die Serie bei ZDf_neo ein Schattendasein fristen muss wird auf ewig das Geheimniss deutscher Programmplaner sein.
chatahootchee (06.03.2010, 17:11 Uhr)
BILLIG WIE BALDWIN
Erstens ist er nur Co-Moderator und zweitens unbekannt.
Treehorn (06.03.2010, 16:46 Uhr)
@Johnniedeamonic
Wer ist Eric Baldwin?

Peinlich, peinlich ...
johnniedeamonic (06.03.2010, 15:18 Uhr)
Eric Baldwin...
....moderiert die Oscarverleihungen....Avatar bekommt alle Auszeichnungen....die Oscars sind irgendwie auchnichtmehr das was sie mal waren......aus der Auszeichnung der Academy für die beste Filmkunst des Jahres ist mitlerweile eine lahme wiederaufwärmung der bestgehyptesten Popcornfilme des vergangenen Jahres geworden, schade eigentlich.......
MEHR ZUM ARTIKEL
Golden Globes, Oscars und Co. Die Spiele mögen beginnen

Die Stimmzettel sind verschickt. Bis die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben werden, helfen andere Filmpreise beim wilden Spekulieren. Ein paar Oscars hat es schon vor der Verleihung geschneit - für Deutsche. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft