Die Enterprise hat ein Problem

9. Mai 2013, 18:51 Uhr

Zum zweiten Mal lädt JJ Abrams ins "Star Trek"-Paralleluniversum. "Into Darkness" wartet auf mit großen Effekten und einem grandiosen Bösewicht. Zur vollen Punktzahl reicht es aber trotzdem nicht. Von Sophie Albers

77 Bewertungen
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Genießt die letzten Augenblicke des Friedens: Benedict Cumberbatch spielt Super-Bösewicht John Harrison.©

Auch wenn Trekkies mich dafür hassen werden: "Star Trek - Into Darkness" hat ein Problem, und das heißt "Iron Man 3". Der Abschluss der Tony-Stark-Trilogie ist schlicht und ergreifend der bessere Actionfilm - und seit vergangener Woche in den Kinos. Wenn Sie allerdings nur "Star Trek" sehen möchten, werden Sie trotzdem nicht enttäuscht werden. Versprochen!

Das liegt vor allem an Benedict Cumberbatch ("Sherlock Holmes"), der in JJ Abrams' zweitem Teil der Neuerfindung von Captain Kirk und Mister Spock den Bösewicht John Harrison gibt. Und was für ein Bösewicht! Diese Stimme und diesen Blick werden Sie so bald nicht vergessen!

Neulich im Paralleluniversum

"Star Trek - Into Darkness" beginnt mit einer gut gelaunten Hommage an den Look der alten Serie, die bekanntlich im Paralleluniversum spielt: Während Spock im Hitzeanzug im Vulkan kurz vor dem Ausbruch sitzt, hetzt Kirk durch einen farbenfrohen Wald, um noch farbenfrohere Ureinwohner in sicheres Gebiet zu lotsen. Die Rettungsaktion im Retro-Look geht fast schief und kostet den hitzköpfigen Captain das Kommando auf seiner geliebten Enterprise.

Doch der Frust am "Top Gun"-Bartresen währt nicht lange: Nachdem ein Terrorist eine Starfleet-Dependance im Zentrum Londons angegriffen hat, darf Kirk zurück auf die Brücke und den Bösewicht jagen, der sich ausgerechnet in Klingonengebiet versteckt hält. Ende der Inhaltsangabe.

Mehr Dreck wäre nett

Abrams hat ein bombastisches Sci-Fi-Abenteuer gedreht, das zuweilen irgendwie ein bisschen an den letzten "James Bond" erinnert. Das ist wohl für die "normalen" Kinofans gedacht, die er auf jeden Fall auch abholen möchte, wie Abrams im Gespräch mit stern.de mehrfach betonte. Für die "Star Trek"-Jünger gibt es wiederum Tausendundeine Anspielung, große und kleine Bögen, "Liebesbriefe", wie der Regisseur es nennt.

Die Effekte rumsen ordentlich, das 3D - von dem Abrams erst mühevoll überzeugt werden musste - ist nicht wirklich nötig, aber bei den Raumschiffschlachten ein netter Zusatz. Die Geschichte ist in Ordnung, wenn auch mit weniger aufregenden Twists and Turns gespickt als eben "Iron Man 3". Mal abgesehen vom Spaßfaktor, den der Mann in der Rüstung bis zum Anschlag bedient, gibt es einen Kritikpunkt im direkten Vergleich: Tony Starks Welt wirkt überzeugender, weil sie dreckiger ist. Im durchdesignten "Star Trek"-Universum hat man das Gefühl, dass sogar der Dreck gecastet wurde. Das schafft Distanz. Immerhin: Sobald Cumberbatch ins Bild kommt, ist der Dreck vergessen.

Also: Live long and prosper!

 
 
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