11. November 2012, 11:57 Uhr

Kastelruther Spatzen treten Live-Beweis an

Die Kastelruther Spatzen sollen im Studio gedoubelt worden sein. Jetzt sangen die Volksmusiker im Ersten um die Spatzen-Ehre. Höchstpersönlich und live. Und bekamen Zuspruch von höchster Stelle.

Kastelruther Spatzen, Betrugsvorwürfe, Live-Auftritt, Volksmusik

Milli Vanilli, Bobby Farell ... - und nun die Kastelruther Spatzen? Sänger Norbert Rier und seine zünftigen Burschen kämpfen um den guten Ruf.©

Es war eine Frage der Musikantenehre: Die Kastelruther Spatzen haben nach Betrugsvorwürfen live um ihren Ruf gesungen. Die Südtiroler Volksmusiker traten am Samstag im ARD-"Musikantenstadl" den Beweis an, dass sie live spielen können, auch wenn sie auf CDs von Studiomusikern gedoubelt werden. Ganz entspannt wirkten die sieben Spatzen nicht, als sie in der Innsbrucker Olympiahalle ihr passend betiteltes neues Lied "Leben und leben lassen" anstimmten. Doch unter dem Jubel der Fans tauten sie auf und geben noch ihren Hit "Eine weiße Rose" zum Besten.

Nicht nur die Getreuen der Volksmusiker waren überzeugt, auch von höchster Stelle gab es Zuspruch. Karl Moik, Vorgänger von "Musikantenstadl"-Moderator Andy Borg, stellte sich auf die Seite der Kastelruther Spatzen. Der Grand Seigneur der Volkmusik zu "Bild am Sonntag": "Der Auftritt war tadellos. 99 Prozent der Zuschauer hätten nicht gemerkt, dass der Auftritt live war, wenn es nicht vorher gesagt worden wäre."​

"Wir sind auch nur Menschen"

Dass ein Spatz den anderen manchmal verpfeift, hatte der ehemalige Produzent der Band, Walter Widemair, vergangene Woche bewiesen, als er den Schunkelstars Betrug vorwarf. Sänger Norbert Rier werde auf weiten Teilen der Platten von Studiomusikern statt von den echten Spatzen begleitet. Band und Plattenfirma hatten dies als gängige Praxis bestätigt.

"Ja, wir haben in letzter Zeit wahnsinnig viel durchgemacht", sagte Rier (42) in der ARD-Sendung, die auch in Österreich und der Schweiz ausgestrahlt wurde. Wie bei solchen Veranstaltungen üblich kam die Begleitmusik oder auch die perfekt abgemischte Stimme vieler Künstler vom Band. Nicht so bei den Kastelruthern, die an diesem Abend darauf bestanden, alles selbst zu machen. "Sie mussten es gar nicht", sagte "Stadl"-Moderator Andy Borg. "Sie haben es heute bewiesen."

In der Volksmusikbranche ist es üblich, bei CD-Aufnahmen Studiomusiker zu engagieren, um Zeit und Geld zu sparen - eine Tatsache, die die Spatzen nicht verheimlichen. Außer bei TV-Shows singt die siebenköpfige Truppe ihre Konzerte aber nach eigenen Angaben selbst. "Wir sind auch nur Menschen und haben sicher sicher nichts Schlechtes getan", sagte Rier.

ins/DPA
 
 
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