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28. Oktober 2009, 10:22 Uhr

ProSieben und Sat.1 künftig nur noch gegen Gebühr

Sie mögen "Desperate Housewives", Stefan Raabs "TV Total" oder die "Schillerstraße"? Dann stellen Sie sich darauf ein, demnächst für diese Sendungen zu bezahlen. Der Münchner TV-Konzern ProSieben-Sat.1 will seine Programme auf Bezahl-TV umstellen. Das Ziel: größere Unabhängigkeit vom Werbemarkt.

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ProSieben-Sat.1 braucht neue Einkünfte: Die Programme sollen kostenopflichtig werden© DPA

Der Fernsehkonzern ProSieben-Sat.1 plant einem Zeitungsbericht zufolge, seine Sender langfristig kostenpflichtig zu machen. "Die Richtung ist für uns klar: Wir müssen vom Werbemarkt unabhängiger werden", zitiert das "Handelsblatt" in seiner Mittwochausgabe den Vorstandsvorsitzenden Thomas Ebeling. Allerdings brauche der Wandel Zeit und sei nur in vielen kleinen Schritten zu schaffen. Der Konzern plant der Zeitung zufolge, für bisher frei empfangbare Sender wie Pro Sieben, Sat.1 oder Kabel 1 von den Zuschauern eine Nutzungsgebühr zu verlangen. "Für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ist es enorm wichtig, dass wir Beziehungen zu den Endkunden aufbauen, etwa über Pay-TV, Video-on-Demand oder andere Geschäftsmodelle", sagte Ebeling. Bis 2014 wolle der TV-Verbund rund 30 Prozent seiner Einnahmen außerhalb der Werbung erzielen, das wäre doppelt so viel wie jetzt. Im vergangenen Jahr soll die Mediengruppe einen Verlust von 129 Millionen Euro erlitten haben.

Skandinavien als Vorbild

Dem Zeitungsbericht zufolge hat ProSieben-Sat.1 in Skandinavien bereits positive Erfahrungen mit dem Bezahlmodell gemacht - vor allem in Dänemark. Der dortige Fernsehmarkt sei zwar viel zu klein, um ihn mit dem deutschen zu vergleichen, heißt es, doch von dem Konzept sind die Konzernoberen offenbar dennoch überzeugt. Nötig für den Erfolg seien zugkräftige Sendungen auf den einzelnen Kanälen, auf die die Zuschauer auf keinen Fall verzichten wollten. Dem Optimismus entgegen steht allerdings die Tatsache, dass Pay-TV in Deutschland bisher wenig Erfolg hatte. Der "Fußball-Sender" Premiere spielte große Verluste ein und ging mit Beginn der aktuellen Bundesliga-Saison in Sky auf, der ein ähnliches Erlösmodell verfolgt.

ProSieben-Sat.1 will daher laut "Handelsblatt" weitere Geschäftsfelder und Erlösquellen erschließen. Eine eigene TV-Produktionsfirma soll ebenso aufgebaut werden wie eine Künstleragentur. Auch als Eventveranstalter will sich der Konzern etablieren. Neue Erlöse zu erzielen, ist für ProSieben-Sat.1 dringend nötig, da den Konzern Milliarden-Schulden drücken. Allein mit Werbe-Einnahmen, darin sind sich Branchen-Experten einig, wird privates Fernsehen künftig kaum noch zu betreiben sein.

Reuters/dho
 
 
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