Das traurige Leben des Herrn Matthäus

25. Juni 2012, 06:11 Uhr

Er war mal ein Weltstar, jetzt lässt er sich von Vox beim Eierbraten filmen. Matthäus' Selbstdarstellung in der Personality-Doku "Lothar - immer am Ball" ist mittlerweile sogar dem Sender peinlich. Von Katharina Miklis

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Offenherzig in Mode- und Gefühlsdingen: Lothar Matthäus und Freundin Joanna Tuczynska©

Im Loft über den Dächern von Budapest herrscht dicke Luft. Das Frühstücksei ist angebrannt. Das polnische Unterwäschemodel zieht eine Schnute: "Ich sehe erste Mal so scheiße Eier." Wieder alles falsch gemacht: Lothar Matthäus ist sauer. Nicht auf die Schnute, nicht auf das Ei, nicht auf die Pfanne - sondern auf sich selbst: "Ich suche die Schuld nicht bei anderen, sondern immer bei mir."

Fast kann er einem leid tun. Nicht nur weil Lothar Matthäus extra früh aufgestanden ist, um seiner aktuellen Liebe, dem polnischen Model Joanna Tuczynska, Cola und Eier zum Frühstück zu servieren - und diese ihn so undankbar abkanzelt. Sondern auch, weil er mal wieder die ganze Welt daran teilhaben lässt, was bei ihm zu Hause schiefläuft. Lothar Matthäus hat es wieder getan: Er lässt die Kameras bis an seine Bettkante. Diesmal lässt er sich für eine Personality-Doku auf Vox filmen. Und wieder geht alles schief.

Lothar an der Wursttheke - und beim Skifahren

"Lothar - immer am Ball" heißt die sechsteilige Doku-Soap, die der Sender am späten Sonntagabend versteckt hat. "Sie sollen mich in dieser Doku so kennenlernen, wie ich wirklich bin und nicht, wie ich häufig dargestellt werde", sagt der Ex-Fußballer, der seit ein paar Jahren in Budapest lebt - weil dort alle so viel netter zu ihm sind als in Deutschland. Er will nicht mehr der Mann sein, in dessen Leben die Brustvergrößerungen seiner Ex-Frauen eine größere Rolle spielen als der Fußball. Er will mit Vorurteilen aufräumen, nicht mehr nur der Busenbezahler sein. Und so sieht man Lothar Matthäus an der Wursttheke in Budapest, beim Skifahren in Zermatt und beim Feiern in Berlin. Und wenn das der echte Loddar ist, dann ist die ganze Geschichte um seine Liebeswirrungen vor allem eins: noch viel trauriger als gedacht.

Die Doku zeigt einen verblassenden Semipromi und früheren Weltstar, der auf dem Platz alles erreicht hat und nun verzweifelt versucht, in seinen eigenen vier Wänden weiterzuführen, was ihm karrieretechnisch längst entglitten ist.

Die Fußmatte, die Joghurts im Kühlschrank - alles im Hause Matthäus ist auf Linien ausgerichtet. "Ein Fußballplatz besteht auch aus Linien, das ist so in meinem Kopf drin", erklärt der 51-Jährige, der seit seiner Entlassung als bulgarischer Nationaltrainer vor anderthalb Jahren ohne Traineramt ist. Die Putzfrau, die dreimal die Woche kommt - auch wenn er gar nicht da ist - ist auf diesen Tick eingestellt. Die Post ist akkurat auf dem dafür vorgesehenen Tischchen angerichtet - an Linien ausgerichtet, versteht sich.

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