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8. Januar 2009, 13:59 Uhr

Wie gefährlich ist die grüne Hölle?

Am Freitag ziehen zehn unerschrockene Promis in den australischen Dschungel, der von RTL als der "gefährlichste der Welt" bezeichnet wird. Doch sind Schramm, Bond und Leidensgenossen wirklich in Lebensgefahr? Ein Blick hinter die Kulissen des Camps. Von Katharina Miklis

Dschungelcamp, RTL, Promis,

Sieht so der "gefährlichste Dschungel der Welt" aus? Die Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach scheinen sich darin jedenfalls ganz wohl zu fühlen© RTL

Es ist der gefährlichste Dschungel der Welt. Die giftigsten Pflanzen und die gefährlichsten Tiere sind dort zu Hause. Zwei Wochen lang müssen die Insassen des RTL-Camps im Buschabenteuer "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" den Gefahren des Urwalds trotzen. So abenteuerlich verkündet es zumindest RTL.

Doch wie gefährlich ist es für die Teilnehmer der Schlamm-Komödie wirklich? Wie viel ist real und was ist Kulisse? Und wo liegt das Camp eigentlich, in dem die "Prominenten" den angeblich so großen Gefahren der Wildnis ausgesetzt werden? RTL macht aus dem genauen Ort ein Geheimnis. Die Angaben sind eher vage: "Das Camp liegt nahe der australischen Gold Coast in Queensland, circa 90 Minuten von Brisbaine entfernt."

Fakt ist, dass der "gefährlichste Dschungel der Welt" ein von der britischen Produktionsfirma "Granada TV" errichteter Filmpark an der Ostküste in Down Under ist. Seit dem Jahr 2002 läuft das Erfolgsformat "I'm A Celebrity, Get Me Out Of Here!" in Großbritannien. Für den britischen Sender ITV wurden bereits acht Staffeln produziert.

Gedreht wird auf einem ehemaligen Farmgelände. In Internetforen und britischen Medien findet man immer wieder den Hinweis auf eine 8000-Einwohner-Stadt im australischen Bundesstaat New South Wales: Murwillumbah, genauer gesagt die dortige Gemeinde Dungay. Sie liegt zirka fünf Kilometer vom Stadtzentrum Murwillumbahs entfernt. Auf der umgebauten Farm soll "Dr. Bob", der Dschungelarzt, seine Praxis haben und dort soll auch ein Teil der Prüfungen abgedreht werden, gleich daneben soll der Eingang zum Urwald sein.

Dschungelcamp, RTL, Promis,

Auf einem Privatgelände in Australiens Osten, nicht mal eine Autostunde vom Surfer-Mekka Coolangatta entfernt, errichtete die britische Produktionsfirma Granada ihr Camp, das die Deutschen gemietet hatten - inklusive Regenschutz und Plumpsklo

Journalisten und Besucher haben jedoch keinen Zugang zum Gelände. Elektrodraht, Infrarotkameras, Hunde und Soldaten vom australischen Special Air Service (SAS) bewachen die "grüne TV-Hölle". 250 Menschen arbeiten insgesamt an der Produktion, Techniker aus Deutschland und Mitarbeiter von Granada TV.

Wie ein RTL-Sprecher bestätigt, liegt der Drehort wirklich mitten im australischen Dschungel. "Ein paar Tage vor Start der Sendung gehen noch einmal ein paar Mitarbeiter durch das Camp und holen Schlangen und andere giftige Tiere heraus. Das heißt jedoch nicht, dass die nicht wieder reinkommen können." Der Ort des Geschehens sieht dann allerdings doch immer mehr nach Disneyland als nach Dschungel aus. Der Badesee ist mit Teichfolie künstlich angelegt, die "gefährlichen Dschungelprüfungen" könnten aus einem Freizeitpark stammen. Nebelmaschinen sollen angeblich für die authentische morgendliche Urwald-Stimmung sorgen.

Den Zuschauern ist das egal. Sie lassen sich gerne von der RTL-Schlamm-Inszenierung berieseln. Die erste Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" brach im Januar 2004 alle Quotenrekorde. Bis zu zehn Millionen Zuschauer ließen sich vom Dschungel-Fieber anstecken. Im Finale der letzten Staffel vor einem Jahr schauten immerhin 6,5 Millionen Menschen zu. Die Sendung brachte es beim jungen Publikum auf einen Marktanteil von gut 36 Prozent. Dass es sich beim Dschungelcamp um Plastik und Attrappen handelt, wird der Quote vermutlich auch in diesem Jahr keinen Abbruch tun. Denn eines haben die bisherigen Staffeln gezeigt: Am schlimmsten für die Camp-Bewohner sind nicht die Tiere, sondern die Kandidaten selbst.

Von Katharina Miklis
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
irmanow (11.01.2009, 14:34 Uhr)
Idioten schauen kann so schön sein
Nun,man weiß doch,was da ab geht!
Mir macht es Spaß,solchen Idioten zu zuschauen.Die Tüten haben doch nix zu verlieren,man sollte sie doch machen lassen,oder?
Es gibt so viele Gehirnamputierte,da kommt es auf paar Z-Promis auch nicht mehr an.
Das Schöne ist,man kann abschalten,oder es sein lassen.
Swissmiss (10.01.2009, 00:26 Uhr)
@ bR4iNST0RM, @ alle Lästerer
Wenn man eine einigermassen schlaue Stichprobenauswahl macht, reicht diese Anzahl "Testseher" durchaus aus, um ein recht gutes (sprich repräsentatives) Bild davon zu bekommen, wie es mit den Programmwünschen der Zuschauer in ganz Deutschland bestellt ist.
@ an alle Lästerer: Hört doch endlich auf, dem Klische niveauloses Programm = dumme Zuschauer nachzuhängen. Es mag in einigen Fällen ja durchaus stimmen, aber es gibt auch viele Akademiker etc. die RTL und Konsorten schauen. In meinem Kollegenkreis (vieles sogenannt studierte Leute) ist RTL einer DER Lieblingssender. Bei der Frage, ob Fernsehen dumm macht, spielt meiner Meinung nach eher die Quantität eine Rolle als die Qualität. Sprich: Ein bisschen RTL 2 schauen schadet weniger alls jeden Tag 6 Stunden ARTE.
apophyllit (09.01.2009, 12:20 Uhr)
Endlich wieder Dschungelcamp
Das mithin am Beste am Dschungelcamp sind die hier abgegeben Kommentare. Leute, das ist nur eine Fernsehsendung!!! Warum soll es da irgendeinen grossen intellektuellen Anspruch geben? Keiner, wirklich keiner wird dazu gezwungen die Sendung anzuschauen oder die entsprechenden Sternartikel zu lesen. Ich schau mir das Spektakel an, wenn ich was anspruchsvolleres sehe möchte, schalt ich eben um. Fertig.
hevosenkuva (09.01.2009, 00:17 Uhr)
Cross Media Promotion
der Bertelsmann-Tochter G+J für die Bertelsmann-Tochter RTL Group. Wie gefährlich ist die Medienhölle? Irgendwann wird auch Bertelsmann den Weg alles Irdischen gehen, wie zur Zeit die Banken. Das tröstet.

Ich bin eine Zielgruppe, holt mich hier raus!
jabadahat (08.01.2009, 23:19 Uhr)
danke "Stern"
für den Bericht darüber!
Verdienst ja genug daran
ich könnte kotzen!
mighty_bender (08.01.2009, 18:56 Uhr)
@bR4iNST0RM
Ist immmerhin ein Mehrfaches davon, was bei Wahlhochrechnungen zu erstaunlich guten Ergebnissen führt.
bR4iNST0RM (08.01.2009, 18:39 Uhr)
@ mighty_bender
Das macht es dennoch nicht besser! ;)
mighty_bender (08.01.2009, 18:13 Uhr)
@bR4iNST0RM
Es sind ca 13.000 Gezählten. Für eine statistisch saubere repräsentative Umfrage benötigt man mindestens 1000...
Blacky007 (08.01.2009, 18:03 Uhr)
Zeigt das Niveau unserer Zukunft
Bis u 10 Mio. Zuschauer und beim Finale allemal 6,5 Mio. -überwiegend junge- Zuschauer ziehen sich diesen absoluten Schwachmatenblödsinn freiwillig rein? Da muss man sich über die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie nicht mehr wirklich wundern und um die Zukunft Deutschlands ist es ja dann auch bestens bestellt... ich sage da nur noch: Gute Nacht D!
undueberhaupt (08.01.2009, 17:50 Uhr)
Alles blödsinn!!!
Das ist doch alles gestellt. Allein die Fotos deuten auf Kunstbauten hin. Das ist doch reine Leuteverarschung. Wer kuckt sich eigentlich so einen Mist an? Wer ist denn so bescheuert?
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