Fiona und der Terror-Tümpel

25. Januar 2013, 04:06 Uhr

So hart war das Dschungelcamp wohl selten: Wissensfragen für die Insassen - wie gemein. Fiona musste es schließlich ausbaden und der letzte echte Kerl im Camp nahm seinen Hut. Von Ingo Scheel

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"Danke für jedes tolle Gespräch": Patrick Nuo verließ erhobenen Hauptes das Camp.©

Murmeltiertag im Dschungelcamp: Wieder zogen Claudelle und Fiona gemeinsam in die Schlacht gegen Glibber und Geschmeiß, gegen Fliegen und Fischabfälle und vor allem: gegen die eigenen Unzulänglichkeiten im Bereich zwischen den Ohren. "Walk of Fame" lautete das Motto, für Ruhm und Ehre reichte es dabei nicht so wirklich. Auf einen Stuhl über einem Tümpel hatte man das Erdmännchen geschnallt, darin, so hatte es den Anschein, ihr gesamtes Erbrochenes der letzten zwei Wochen. Auf dem Fragezettel Triviales aus der Welt der Stars, der wirklichen: Von wem ließ Brad Pitt sich scheiden? Wie alt wurde Inge Meysel? Welche Rolle lehnte Clint Eastwood als möglicher Nachfolger von Sean Connery ab? Wissensfragen für die Dschungelcamp-Kandidaten - eine der härtesten Herausforderungen für die Bewohner der Lagerfeuer-Lounge.

Im Anschluss an jede Frage sollte Claudelle, einen Tag vor ihrem 39.(?) Geburtstag, durch Fischmüll, Schlammkrebse und ähnliche Delikatessen zu den Sternen kriechen, wohlgemerkt nur im Falle einer richtigen Antwort Fionas - und die gab es nicht so oft. Sean Connery? Kenn ich nicht. In welcher Staffel des Dschungelcamps befinden wir uns eigentlich? Und vor allem: Inge, Inge, who the F*** is Inge Meysel? Viel war da nicht zu holen. Setzen. Sechs! Beziehungsweise: Hinab mit ihr in den Brei aus Fischresten, Gülle und fauligem Fakäl. Wie hieß noch gleich dieses Schlaumeier-Quiz, das Frau Zietlow einst moderierte? Genau - "Der Schwächste fliegt". Das hier war das Pendant: schwache Leistung, starke Flüge. Immer wieder runter in den Gülle-Tümpel. Georgina wird die Repeat-Taste vom heimischen DVD-Player gut gebrauchen können.

Die Prüfung nach der Prüfung

Apropos Sonja Zietlow: In Zeiten, da Dirk Bach mit seinen monströsen Outfits alle Blicke auf sich zog, mag die sonore Sonja sich optisch durchgemogelt haben, neben dem dezenten Daniel - wann wird hier einmal die Gewichtsfrage gestellt? - kommt sie damit nicht mehr durch: Wer legt ihr morgens eigentlich die Klamotten raus? Pink-zerlaufene Wallawalla-Oberteile aus der Flohmarkt-Kiste von Cindy aus Marzahn, unangenehm tief dekolletierte Tops aus dem Kik-Fundus und schlimmer noch: T-Shirts in psychedelischen Blau-Halluzinationen, die sich nicht ganz entscheiden können zwischen Stadtbus-Sitzpolster und Billig-Sofabezug der Marke "Darin erbrochen und verendet". Schlimm.

Zurück zu Fiona: Die wirkliche Prüfung wartete auf sie bei ihrer Rückkehr ins Lager, wollte die käsige Kruste auf Ärmchen und Beinchen doch wieder abgewaschen werden. Das Wasser im Teich erwies sich dabei als viiiiiel zu kalt. Kotztümpel bis zur Kinnkante? Kein Problem. Kaltes, klares Wasser? Kreisch. Brüll. Zeter. Mordio. Das hätte selbst den dicken Klaus aus der Hängematte gehauen.

Joey wird zu Joana

Was sonst noch geschah, ist schnell erzählt: Olivia und Patrick lieferten sich einen von Unterzuckerung und Überforderung gezeichneten Dialog, in dem die Worte "Bratwurst" und "Klitoris" in denkbar unappetlichsten Zusammenhang gebracht wurden. Dschungelprüfung galore auch für die Damen und Herren auf dieser Seite des Bildschirms. Als wäre das nicht genug, schminkte das Jones auch noch den Joey auf Transe. Auf dem Hamburger Schlagermove würde man vielleicht mit lauwarmem Jägermeister darauf anstoßen, in HD-Qualität vor der heimischen Röhre sah es dagegen aus, als hätte man eine Wasserleiche für die Weiberfastnacht zurechtgetuscht. Eine Dschungelkönigin, die knapp Volljährige auf ihrem Weg zu Adoleszenz und geistiger Reife so verstört - wollen Sie das wirklich, liebes RTL-Publikum? Wahrscheinlich schon.

Wen die Zuschauer auf keinen Fall dort oben auf dem Thron sehen wollen, ist seit dem Vorabend auch der gute Patrick Nuo. Das eidgenössische One-Hit-Wonder durfte seinen Hut nehmen und musste das Dschungelcamp verlassen. Dabei verbuchte der sympathische Simpel den letzten Abschnitt seiner Karriere so gelassen wie die vergangenen zwei Wochen. Winke-winke, Küsschen hier, Drücker da. "Danke, Fans" - zur Sicherheit immer den Plural benutzen, es könnten ja doch mal mehrere sein. "Danke für jedes tolle Gespräch", eines seiner Abschlussworte an die restlichen Mitbewohner. So sind sie, die Schweizer. "Danke für nichts" hätte einfach nicht so nett geklungen.

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