. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
29. Oktober 2008, 12:34 Uhr

Sex-Anrufe bringen BBC in Verruf

Der Witz ging nach hinten los: Zwei hoch bezahlte Moderatoren der britischen Rundfunkanstalt BBC haben einem bekannten Schauspieler vom Sex mit seiner Enkelin erzählt. Der fand das nicht lustig, genauso wenig wie die Beitragszahler des gebührenfinanzierten Senders.

Radiomoderator Russell Brand steht wegen eines obszönen Telefon-Scherzes in Großbritannien am Pranger© Daniel Deme/DPA

Auf den ersten Blick geht es um schweinische Anrufe, um Sex und das Tabu-Wort "Fuck". Auf den zweiten Blick geht es um manipulierte Gewinnshows, Gebührengelder und um einen der angesehensten Fernseh- und Hörfunksender der Welt. Die öffentlich-rechtliche britische Rundfunkanstalt BBC steht am Pranger, nachdem zwei Moderatoren in einer Radioshow einem Schauspieler anzügliche Sex-Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterließen. Damit setzt sich die Pannenserie bei der BBC fort, und auch die Debatte über die Notwendigkeit des gebührenfinanzierten Rundfunks im Königreich hat neue Nahrung bekommen. Sogar der Premierminister hat sich eingeschaltet.

Stein des Anstoßes ist eine Sendung, die Mitte Oktober im Programm Radio 2 lief. Dabei riefen die hoch bezahlten - und durchaus umstrittenen - Moderatoren Russell Brand und Jonathan Ross bei dem deutschstämmigen, 78-jährigen Schauspieler Andrew Sachs an und erzählten ihm, Brand habe Sex mit seiner Enkelin gehabt. Deftige Worte, darunter das Tabu-Wort "Fuck".

Die obszönen Witze und die Persönlichkeiten der Moderatoren sind die eine Seite. Brand ist ein Ex-Junkie, der einst beim Musiksender MTV rausflog, weil er sich nach den Anschlägen vom 11. September als Osama Bin Laden verkleidet hatte. Und Ross gehört mit umgerechnet 7,5 Millionen Euro Jahresgage zu den bestbezahlten Moderatoren der BBC. Zu fragen ist, warum die Verantwortlichen die im Voraus aufgezeichnete Show gesendet haben.

Doch dies war nur einer von mehreren Fehltritten, die das Image der Rundfunkanstalt - die in vielen Ländern noch immer als Maßstab für seriöses Fernsehen gilt - beschädigen. Es ist die Geschichte eines Senders, der auf der Suche nach neuem Publikum und unter dem Druck kommerzieller Sender ins Schlingern geraten ist. Dass Moderatoren wie Ross Millionengehälter aus dem Gebührentopf bekommen und zur gleichen Zeit hunderte Stellen bei der BBC abgebaut werden, ärgert viele Briten.

"Wir zahlen dafür"

Nicht nur die Boulevardzeitungen breiten die Sex-Geschichte groß aus. Auch die seriösen Zeitungen empören sich über das Verhalten der BBC. "Es ist unser nationaler Rundfunk und wir alle zahlen dafür - und das schließt auch die inflationären Gehälter für Leute wie Ross ein", monierte der "Daily Telegraph". Kritisiert wird, dass sich von den BBC-Chefs bisher noch niemand öffentlich geäußert hat. Der Ruf nach der Entlassung der Moderatoren blieb bisher ohne Resonanz.

Angefangen hat die Pannenserie indes im vergangenen Jahr mit einem Fehler, der bis ins Königshaus reichte. Damals hatte die BBC einen Videoclip für eine Dokumentation über die Queen falsch zusammengeschnitten und über die Medien verbreitet. Dafür musste sich der Sender bei der Monarchin entschuldigen. Später wurde die BBC zu Bußgeldern verdonnert, weil Anrufsendungen manipuliert waren.

Und nun plagen Beschwerdeschreiben sowie die Kritik von Regierungschef Gordon Brown und Oppositionsführer David Cameron den Sender. Seitdem das Thema hoch gefahren wird, gingen 10.000 Beschwerden ein. Die Medienaufsicht Ofcom und der Sender selbst ermitteln, wie es zu der Peinlichkeit kommen konnte. Das Vertrauen in die BBC scheint schwer erschüttert. So erklärte der ehemalige Direktor des BBC World Service, John Tusa, die BBC habe das Bestreben, jüngere Hörer und Zuschauer anzusprechen, "auf monumentale und tragische Art und Weise falsch verstanden".

Annette Reuther, DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
waelder (30.10.2008, 07:16 Uhr)
Großbritannien - Sex-Anrufe
Die sind wohl beim BFBS (British Forces Broadcasting Service) in Köln in den 1960ern und 1970ern ausgebildet worden. Denn dort konnte man, soweit man Englisch verstand, den Moderatoren bei ihren sexuellen Anzüglichkeiten gegenüber den britischen Hausfrauen in der britischen Zone auf UKW zuhören.
Schon damals habe ich überlegt, ob "no sex please, we are British" lediglich als Täuschung diente.
Aber ob man Moderatoren tatsächlich solche Summen für ihre Ferkeleien bezahlen muß?
Nana_Xiaojie (29.10.2008, 16:22 Uhr)
Umstritten?
Der komische Brand auf jeden Fall, Jonathan Ross (oder Woss) bestimmt nicht. Trotzdem natuerlich einfach nur peinlich, was sich die beiden da geleistet haben. Aber angesichts dessen, was auch bei denen so ueber die Mattscheibe flimmert, bin ich nicht ueberrascht.
schueki (29.10.2008, 15:20 Uhr)
Uebertriebene Reaktion
Mittlerweile sind es 18.000 Beschwerden und Ross und Brand suspendiert. Eine massloss uebertriebene Reaktion, wie jeder der sich die Original-Uebertragung auf Youtube anhoert bestaetigen kann. Und die Enkelin, oben-ohne Model und Burlesque Taenzerin bei den Satanic Sluts, hat bereits einen Vertrag mit der Sun unterzeichnet um Geld aus der Geschichte zu schlagen.
MEHR ZUM ARTIKEL
ZDF-Moderator Normen Odenthal Seehofer-Pointe sorgt für Ärger

ZDF-Moderator Normen Odenthal hat Ärger wegen einer Anspielung auf die uneheliche Berliner Affäre des künftigen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. In der Sendung "heute nacht" sagte er, Berlin sei für CSU Politiker wohl nur ein "Seitensprung in jeder Beziehung gewesen." mehr...

ARD und ZDF Zu viel Aufwand für zu wenig Programm

Unglaubliche 700 Mitarbeiter haben unsere gebührenfinanzierten Sender zu den Olympischen Spielen geschickt. Die ebenfalls zwangsfinanzierte BBC kommt mit deutlich weniger aus und sendet trotzdem mehr Programm. ARD und ZDF könnten also noch kräftig sparen. mehr...

Comeback Andrea Kiewel zurück im ZDF

Zehn Monate nach ihrem Rauswurf hat das ZDF Ex-"Fernsehgarten"-Moderatorin Andrea Kiewel im Promi-Quiz "Gut zu wissen" wieder vor die Kamera gelassen. Bevor "Kiwi" nun auch wieder den schwächelnden "Fernsehgarten" übernimmt, stimmen Sie bei stern.de ab über eine bessere Quotenretterin. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft